Karrieretief

Gabriele Pauli tritt aus der CSU aus

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Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli hat in einem Interview ihren Austritt aus der CSU angekündigt. Sie fühlt sich in der Partei ignoriert und schlecht behandelt. Ihre politische Karriere ist damit allerdings nicht beendet: Pauli will in eine andere Partei eintreten – oder sogar selbst eine gründen.

Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli hat in einem Interview des Magazins „Vanity Fair" ihren Austritt aus der CSU angekündigt. Da der neue Parteivorsitzende Erwin Huber seit Monaten nicht auf sie zugekommen oder auf ihre Vorstellungen und Forderungen eingegangen sei, habe sie sich zu diesem Schritt entschlossen, sagte Pauli in dem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview. „Mein Austritt ist die Konsequenz des vergangenen Jahres“, erklärte die Landrätin.


Sie gehe nicht, weil sie die Wahl zur Parteivorsitzenden verloren habe, sondern wegen der Art und Weise, wie man sich ihr gegenüber verhalten habe. Ihre weitere parteipolitischen Ambitionen ließ Pauli offen: „Das Spektrum reicht von der Gründung einer eigenen bis zum Beitritt einer anderen Partei.“ Es gebe einen Teil der Bevölkerung, der wolle, dass sie nicht aufhöre. „Für diese Menschen will ich weiter Politik machen“, sagte die Landrätin.


Pauli hatte auf dem CSU-Parteitag Ende September gegen Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer und den letztlich erfolgreichen Erwin Huber um den Parteivorsitz kandidiert. Sie erhielt dabei nur 24 Stimmen.


Inhaltlich hatte Pauli mit dem Vorschlag Furore gemacht, alle Ehen auf eine Laufzeit von sieben Jahren zu befristen. Pauli selbst war knapp zehn Jahre mit dem Erlanger Oberbürgermeister Siegfried Balleis (CSU) verheiratet – aus dieser Beziehung stammt ihre 20-jährige Tochter. Die Ehe zerbrach 1994, vier Jahre zuvor war sie zur Landrätin aufgestiegen. Paulis zweite Ehe mit dem Unternehmer Florian Dickopp wurde im Frühjahr 2007 nach sieben Jahren geschieden.


Pauli hatte mit ihrer Kritik an Edmund Stoiber auch zu dessen Sturz als Ministerpräsident und CSU-Chef beigetragen. Hinter „vorgehaltener Hand“ seien weite Teile der CSU-Spitze schon nach der Bundestagswahl 2005 der Meinung gewesen, dass Stoiber nicht noch einmal als Spitzenkandidat zur bayrischen Landtagswahl antreten solle, sagt Pauli „Vanity Fair“. Nur habe das aus Karrieregründen niemand offen gesagt.

( ap/afp/ws/kas )