Im Iran sollen in Kürze neun weitere Menschen wegen der Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad gehängt werden.

Sie seien ebenso wie zwei bereits Hingerichtete bei den Unruhen festgenommen worden und hätten Kontakte zu regierungsfeindlichen Gruppen gehabt, sagte der hochrangige Justizvertreter Ebrahim Raisi der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars. Die Verurteilten hätten einen Umsturz des islamischen Staatssystems geplant.

Die Hinrichtungen in der vergangenen Woche waren die ersten wegen der Proteste gegen die Wahl vom vergangenen Juni, die zur schwersten innenpolitischen Krise im Iran seit der Islamischen Revolution 1979 geführt hat.

Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi kritisierte politisch motivierte Festnahmen und Hinrichtungen von Demonstranten als widerrechtlich und forderte eine Verfassungsänderung. "Friedliche Proteste sind das Recht der Iraner“, sagte er der oppositionellen Internetseite "Kalameh“. Zugleich zeigte er sich vor den erwarteten neuen Protesten in der kommenden Woche unbeeindruckt vom Druck der Regierung: Die Opposition werde ihren friedlichen Kampf so lange fortsetzen, „bis die Rechte des Volks gewahrt werden.“

Mussawi und der andere bei der Wahl unterlegene Oppositionskandidat Mehdi Karubi haben ihre Unterstützer zur Teilnahme an einer Demonstration am 11. Februar aufgerufen, wenn die offiziellen Feiern zum 31. Jahrestag der Revolution ihren Höhepunkt erreichen. Die Opposition hat wiederholt staatlich organisierte Kundgebungen als Anlässe für ihren eigenen Protest genutzt.

Bei den Feiern zum schiitischen Feiertag Aschura Ende Dezember kam es zu schweren Unruhen, bei denen acht Menschen starben und mehr als 1000 verhaftet wurden. Regimetreue Kräfte haben seitdem gedroht, künftig keine Proteste gegen die Regierung mehr zu dulden.

Reuters/dpa/fas