Wegen der anhaltenden Piratenangriffe vor der Küste Somalias hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) ein Ende von Kreuzfahrten in der Region gefordert. Es sei „hochriskant und fahrlässig“, dass vor Somalias Küste noch immer Segelregatten starteten oder Kreuzfahrtschiffe Vergnügungsreisen unternähmen, sagte Jung der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Reeder, Touristikunternehmen und Sportveranstalter dürften Warnungen der Bundesregierung nicht einfach in den Wind schlagen, warnte er. „Die Piraten schlagen dann zu, wenn Schiffe unangemeldet das Horn von Afrika passieren.“

Ende April hatten schwer bewaffnete Piraten vor der somalischen Küste ein Kreuzfahrtschiff mit deutschen Urlaubern an Bord angegriffen. Sie konnten von Sicherheitskräften an Bord mit Schüssen abgewehrt werden. Somalische Piraten haben derzeit mindestens 20 Schiffe in ihrer Gewalt, darunter drei deutsche Frachter.

Im Kampf gegen die Piraten patrouillieren derzeit 20 Kriegsschiffe vor Somalia. An der EU-Mission "Atalanta" ist auch die deutsche Marine beteiligt.

Die deutsche Marine und die ihrer Verbündeten haben laut Jung 150 angemeldete Handelsschiffe sicher geleitet. 150.000 Tonnen Lebensmittel seien so in die somalischen Häfen gebracht worden.

AP/AFP/Reuters/cn