US-Wahlkampf

Sarah Palin mottet ihre Luxusgarderobe ein

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Foto: AP

Sinneswandel in Rekordzeit: US-Vizekandidatin Sarah Palin hat erklärt, künftig wieder ihre private Garderobe aufzutragen. Ihre Designerklamotten, für die ihre Partei 150.000 Dollar ausgegeben hatte, lasse sie fortan im Schrank. Statt Valentino trägt die Politikerin jetzt Jeans.

So schnell kann es gehen: US-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin hat erklärt, ihre Designerklamotten zukünftig im Schrank zu lassen. Und statt der Luxusgarderobe im Wert von 150.000 Dollar (umgerechnet 120.000 Euro), die ihr die Republikanische Partei aus der Wahlkampfkasse spendiert hatte, nur noch ihre eigenen Kleider zu tragen. Um die Ernsthaftigkeit ihrer Aussage zu unterstreichen, trat die selbst ernannte "Hockey Mom" gestern bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina in schlichten Jeans ans Rednerpult. Wohlgemerkt: In selbst gekauften Jeans.

Die konservative Politikerin hatte jüngst auch unter ranghohen Republikanern für Empörung gesorgt, nachdem bekannt geworden war, dass sie enorme Summen für ein neues Erscheinungsbild ausgegeben hatte. So hatte Palin nicht nur jeweils 75.000 Dollar und 50.000 Dollar in den Luxuskaufhäusern Saks Fifth Avenue und Neiman Marcus für Designergarderobe ausgegeben. Darüber hinaus hatte das Honorar für Palins Visagistin allein in den ersten beiden Oktoberwochen 22.800 Dollar (18.240 Euro) verschlungen. Damit verdiente die Visagistin mehr als der außenpolitische Chefberater von Präsidentschaftskandidat John McCain.

An die mitreisende Friseurin von Sarah Palin flossen in der ersten Oktoberhälfte außerdem weitere 10.000 Dollar (8 000 Euro). Zum Vergleich: John McCains außenpolitischer Berater Randy Scheunemann verdiente im selben Zeitraum 12.500 Dollar; Nicole Wallace, die Sprecherin des Kandidaten, bekam ein Honorar von 12.000 Dollar.

Sarah Palin wehrte sich jetzt gegen die Vorwürfe, sie verschwende die Spendengelder ihrer Partei, indem sie erklärte, ihre Familie lebe "genügsam". Die Aufregung um ihre Garderobe bezeichnete sie als "lächerlich". "Diese Kleider gehören mir nicht, genauso wenig, wie mir das Licht und die Bühne und alles andere gehören, was die Republikanische Partei bezahlt hat", sagte sie gestern am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Asheville, North Carolina.

Die Gouverneurin von Alaska schilderte dem Publikum außerdem die genaue Herkunft ihrer Accessoires: Ihre Ohrringe seien ein Geschenk ihrer Schwiegermutter, einer Eskimofrau aus Alaska. Ihren Ehering habe sie sich für 35 Dollar (28 Euro) auf Hawaii selbst gekauft. "Ich habe mir immer gesagt: 'Auf das Material kommt es nicht an. Es kommt darauf an, wofür der Ring steht'", sagte Palin. "Und heute, nach 20 Jahren, trage ich ihn immer noch gern."

( dpa/lha )

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