Von Niederlage wollte Philipp Rösler absolut nichts wissen. Es sei alles erreicht worden, was er sich vorgenommen habe. Alle, die über ihn schon den Daumen gesenkt hätten, hätten sich geirrt. „Ich habe die Abgesänge gelesen. Das muss alles neu geschrieben werden“, sagte am Mittwoch ein selbstbewusster Bundesgesundheitsminister.

Kurz zuvor hatten sich die Spitzen der Koalition im Kanzleramt zu einer Gesundheitsreform zusammengerauft. Rösler hatte im monatelangen Tauziehen immer darauf gesetzt, dass sich seine „guten Argumente“ durchsetzen. Betrachtet man das Ergebnis von Mittwoch, kann der 37-Jährige zufrieden sein.

Die von ihm angestrebte einkommensunabhängige Gesundheitsprämie – oder wie die Kritiker sagen: Kopfpauschale – kommt jetzt einfach unter anderer Bezeichnung daher: als „Zusatzbeitrag“. Dabei stand sein Projekt von Anfang an unter keinem guten Stern. Gegenwind bekam Rösler nicht nur von der Opposition.

Auch aus der Koalition machten ihm heftige Querschüsse das Leben schwer. Wenn der Widerstand aus der CSU gegen seine Vorschläge gar zu heftig wurde, rückte er kurzerhand davon ab. Und startete einen neuen Anlauf. Sein Motto war dabei: „Bambus wiegt sich im Wind, biegt sich im Sturm, aber er bricht nicht.“

BMO/dpa