Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihren Flug zum Viertelfinalspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Samstag gegen Argentinien in Kapstadt gerechtfertigt. Es sei ein „sehr wichtiges Zeichen“, dass auch ausländische Staats- und Regierungschefs mit ihren Besuchen in Südafrika die Besonderheit der ersten Fußball-WM in Afrika würdigten, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin. „Das ist für den ganzen Kontinent ein Ereignis von herausragender Bedeutung.“

Zudem würden solche Besuche auch immer für politische Gespräche und Begegnungen genutzt, auch Merkel habe entsprechende Termine. Sie treffe unter anderem den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma. „Ich glaube, dass das in der Gesamtabwägung dann ein starker und guter Grund ist für einen solchen Besuch“, sagte Wilhelm. Der Bund der Steuerzahler hatte mit Verweis auf die hohen Kosten für den Flug der Regierungsmaschine Merkel aufgefordert, auf die Reise zu verzichten.

Der Regierungssprecher verwies zudem darauf, dass die Kanzlerin schon lange in Kontakt mit der deutschen Fußballnationalmannschaft stehe. Teammanager Oliver Bierhoff habe die Entscheidung Merkels, beim Spiel gegen Argentinien vor Ort im Stadion zu sein, unterstützt. Bierhoff habe gesagt, dies sei auch im Sinne der Mannschaft, wenn die Kanzlerin zu dem „schweren Spiel“ kommt, berichtete Wilhelm.

Die Bundeskanzlerin lud auch jeweils einen Vertreter der Bundestags-Parteien zur Mitreise ein. Bis auf die Grünen nahmen alle das Angebot an. Die Grünen argumentierten, sie setzten auf den Sieg der deutschen Nationalelf in dem Turnier – und nicht auf ein Ausscheiden im Viertelfinale. „Die Nationalmannschaft hat noch das Halbfinale und das Endspiel vor sich, wir halten es auch aus Kostengründen für unangemessen, Ihren Regierungsairbus bereits am kommenden Samstag mit Fähnchen und Vuvuzelas zu bestücken, wenn noch zwei weitere Spiele anstehen“, schrieben die Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin an Merkel.

AFP/jm