Schon wieder eine nicht so gute Nachricht für Christian Wulff: Olaf Glaeseker will sich noch nicht festlegen, ob er seinem Chef folgt ins Schloss Bellevue. Von da aus ist es ziemlich weit nach Steinhude am Meer, Glaesekers Wohnsitz. Also wird „vor nächster Woche nichts entschieden“, wie Niedersachsens Regierungssprecher per SMS mitteilt. Da gibt es wohl noch was zu besprechen. Mit Ehefrau Vera. Und mit Bundespräsident Wulff. Glaeseker steht immerhin im Rang eines Staatssekretärs in Niedersachsen. Andererseits ist er eigentlich unverzichtbar für Christian Wulff. Vertrauter, Freund, Berater, jenes Korrektiv also, das man dringend benötigt, wenn es einsam wird in herausgehobener Position. Der 49 Jahre alte gelernte Journalist Glaeseker war es, der seinen Ministerpräsidenten wenigstens einigermaßen unbeschadet durch den medialen Wirbelsturm bugsierte, der sich nach dessen Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten erhoben hatte. Und ihm hat es Wulff auch maßgeblich zu verdanken, dass seine Popularität in Niedersachsen seit Jahren gleich hoch ist. Abzuwarten bleibt also, wie und wo sich Olaf Glaeseker nun selbst positioniert. Nicht ausgeschlossen, dass sich „mein siamesischer Zwilling“ (Wulff) abnabelt.
uex



