Die Bundeswehr hat bei dem Gefecht in der vorigen Woche in Afghanistan mehrere Aufständische erschossen. Wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte, wurden bei dem stundenlangen Feuergefecht am vergangenen Donnerstag mindestens zwei Einheimische durch deutsche Soldaten getötet.

Diese Tatsache habe sich aufgrund der zunächst „unübersichtlichen Lage“ erst später herausgestellt, erklärte das Ministerium. Zunächst hatte es geheißen, dass nur afghanische Sicherheitskräfte auf die Aufständischen geschossen hätten. Es ist aber nicht das erste Mal, dass die Bundeswehr Einheimische getötet hat.

Ministeriumssprecher Thomas Raabe schloss nicht aus, dass sich die Staatsanwaltschaft Potsdam des Vorfalls annehmen und von sich aus Ermittlungen führen könnte. Es sei möglich, dass die Behörde über die genauen Umstände Bescheid wissen wolle.

Die deutschen Soldaten seien angegriffen worden und hätten sich gewehrt, sagte Raabe. Es gehöre zum Einsatz in Afghanistan dazu, dass es zu solchen Situationen komme und Einheimische getötet werden könnten. Der Bundestag sei informiert worden, die Soldaten führten mit den Vorgesetzten Gespräche.

Bei dem Beschuss auf eine 29 Soldaten umfassende deutsche Patrouille wurden nach Ministeriumsangaben insgesamt sieben – statt wie zunächst angegeben vier – gegnerische Kräfte getötet. Verletzt worden seien 14 Aufständische. Am Freitag seien die gegnerischen Kräfte noch immer bekämpft worden.

Die Sicherheitslage in Nord-Afghanistan, wo die Bundeswehr stationiert ist, hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Im April geriet ein 21 Jahre alter deutscher Soldat in der Nähe der Stadt Kundus in einen Hinterhalt und wurde in einem Feuergefecht getötet. In Afghanistan kamen seit Beginn des Bundeswehr-Einsatzes 2002 insgesamt 32 deutsche Soldaten ums Leben, 13 davon bei Anschlägen.

dpa/cn