Antwerpen – Die Kinderarmut in Belgien nimmt immer mehr zu, die Behörden sind alarmiert. Aber was sollen sie tun?

Fast jedes fünfte Kind unter sieben Jahren lebt nach einer neuen Studie der Universität Antwerpen unter der Armutsschwelle.

Bei Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahren sind es immerhin 16,9 Prozent.

„Es gibt immer mehr Kinder, die in Armut leben, weil ihre Eltern keine Arbeit haben. Am häufigsten trifft es Kinder, die nur mit einem Elternteil aufwachsen. Die Situation ist sehr prekär“, sagt der Soziologe Jan Vranken.

Seine Kollegin Danielle Dierckx fügt hinzu: „Viele Kinder in Belgien wachsen in Familien auf, in denen niemals gearbeitet wurde“. 12 Prozent der Kinder leben in Familien, in denen beide Eltern arbeitslos sind.

Der EU-Durchschnitt liegt bei 9,4 Prozent.

Das Armutsrisiko von Älteren liegt in Belgien noch höher als bei Kindern: 23 Prozent leben an der Armutsschwelle. Obwohl die Rentenbeiträge in Belgien sehr hoch liegen, sind die ausgezahlten Renten relativ niedrig.

Das soziale Netz ist im Nachbarland Belgien insgesamt deutlich weniger ausgeprägt als in Deutschland.

Christoph B. Schiltz