Der Zentralrat der Muslime (ZMD) hat seine Teilnahme an der für Montag geplanten zweiten Vollversammlung der Deutschen Islam-Konferenz (DIK) mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) endgültig abgesagt. „Der Daumen zeigt nach unten“, sagte ZMD-Generalsekretär Aiman Mazyek.

Die Konferenz formuliere keine konkreten Ziele, ihre Zusammensetzung sei falsch, das drängende Thema Islamfeindlichkeit werde nicht angemessen behandelt. „Die DIK ist und bleibt eine von der Bundesregierung verordnete Konferenz“, kritisierte der ZMD-Vorsitzende Ayyub Axel Köhler.

Das Innenministerium sei dem Zentralrat in mehreren Verhandlungen bis zuletzt in keinem Punkt entgegengekommen. Außerdem sei die Hälfte der 1500 Moscheegemeinden in Deutschland nicht vertreten, so Köhler mit Blick auf die Suspendierung des Islamrats.

Der ZMD saß bei der ersten DIK 2006 bis 2008 mit am Berliner Konferenztisch.

Nach der Absage des ZMD sind beim Plenumstreffen der Islam-Konferenz von den vier großen muslimischen Verbänden in Deutschland nur noch die türkisch-islamische Union DITIB und der Verband der islamischen Kulturzentren vertreten. Zuvor war bereits der Islamrat von der Teilnahme an der Islamkonferenz suspendiert worden.

Hintergrund der Entscheidung des ZMD ist ein seit Wochen schwelender Streit um die personelle und inhaltliche Neuausrichtung der Islam-Konferenz. De Maizière hatte den Islamrat von der Teilnahme an der Islam-Konferenz ausgeladen, weil gegen die vom Verfassungsschutz beobachtete Organisation Milli Görüs als größtes Einzelmitglied des Islamrats Ermittlungen laufen.

Bei den anderen muslimischen Verbänden war dieser Schritt auf Ablehnung gestoßen. Mehrere Treffen der im Koordinierungsrat der Muslime (KRM) zusammengeschlossenen vier Verbände hatte keine Einigung auf eine gemeinsame Linie gebracht.

AFP/dpa/KNA/cn