Die regierende Union für eine Volksbewegung (UMP) musste sich in der zweiten Wahlrunde gegen die oppositionelle Linke geschlagen geben, wie erste Hochrechnungen nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend ergaben.

Die Niederlage für das Regierungslager von Präsident Nicolas Sarkozy hat sich in der zweiten Runde der französischen Regionalwahl bestätigt. Nach ersten Schätzungen kommt das linke Wahlbündnis, das vor allem aus Sozialisten und Grünen besteht, auf etwa 54 Prozent. Das rechte Lager hat demnach 36 Prozent der Stimmen bekommen.

Die rechtsextreme Partei Front National kommt auf knapp neun Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 51 Prozent vier Punkte höher als am vergangenen Sonntag. Von den beiden einzigen Regionen, die bislang in der Hand der Rechten waren, hat sich lediglich das Elsass gehalten. Korsika fällt an die Linken. Hinzugewonnen hat die Regierungsmehrheit voraussichtlich die beiden Überseeregionen Réunion und Französisch-Guayana.

Es war die zweite und entscheidende Runde der Regionalwahl. Bereits vor einer Woche hatten die Linken Sarkozys Partei düpiert.

Zwar hat sich Sarkozy aus dem Wahlkampf für die 26 Regionalparlamente weitgehend herausgehalten, aber das Votum gilt als der letzte große Stimmungstest vor der Präsidentenwahl in zwei Jahren.

Der Präsident hatte 2008 noch Beifall für sein energisches Vorgehen in der Finanzkrise geerntet, doch inzwischen hat seine Popularität bei der Bevölkerung stark nachgelassen. Drohende Arbeitslosigkeit macht vielen Franzosen zu schaffen, denen staatliche Rettungsaktionen von Banken und hohe Managergehälter zunehmend ein Dorn im Auge sind.

AFP, dpa, Reuters/heg