In der Grünen Zone in Bagdad sitzt ein US-Soldat, an dessen Körper mehrere Sensoren befestigt sind. Sie kontrollieren seinen Herzschlag, seine Atmung, seinen Blutdruck und den Schweiß an seinen Fingerspitzen. Der Soldat wird dazu aufgefordert, sich eine Zahl zwischen eins und zehn auszudenken. Er wählt die sieben.

„Ist es die eins?“, fragt ihn jemand. „Nein“, antwortet er. Der Laptop, der mit den Sensoren an seinem Körper verbunden ist, reagiert nicht. Das gleiche passiert bei der zwei, der drei, der vier. Als der Soldat schließlich auch die Frage nach der sieben verneint, schlägt eine der Kurven auf dem Bildschirm des Laptops aus. Die falsche Antwort hat zu einem plötzlichen Schweißausstoß an den Fingerspitzen des Soldaten geführt.

Es ist eine eindrucksvolle Demonstration der Fähigkeiten des kleinen Geräts, das in Kanada hergestellt wird und für umgerechnet 4400 Euro zu haben ist. Es wird zwischen die Sensoren am Körper der befragten Person und einen normalen Laptop geschaltet. „Die menschliche Physiologie ist sehr einfach“, erklärt Daniel Sosnowski aus Dallas, der die Iraker im Umgang mit dem Lügendetektor geschult hat. „Man kann seinen Puls oder den Schweiß an den Fingerspitzen nicht kontrollieren“, sagt er. „Die Sensoren sind äußerst empfindlich, sie lassen sich nicht überlisten.“

Manche der Befragten sind speziell darauf trainiert, sich nichts anmerken zu lassen. Doch auch die haben wenig Chancen, mit falschen Antworten durchzukommen, meint Sosnowski. „Wir sind darauf trainiert, deren Gegenmaßnahmen zu finden. Die gibt es immer irgendwo“, sagt der Techniker. „Wir suchen nach Unregelmäßigkeiten, und es ist äußerst schwierig, etwas zu verschleiern.“

Die USA haben dem Irak acht Lügendetektoren geschenkt, und die Sicherheitsbehörden des Landes wollen noch zahlreiche weitere anschaffen. Amerikanische Behörden greifen in den USA gene bei Verhören auf Lügendetektoren zurück. Die ersten Angestellten des irakischen Verteidigungs- und des Innenministeriums halten ihr Diplom zur „Befragung mit Lügendetektoren“ bereits in den Händen. Sie wurden ein halbes Jahr lang von US-Experten geschult.

In der Vergangenheit war es der Terrororganisation al-Qaida immer wieder gelungen, ihre Mitglieder in irakische Behörden einzuschleusen. „Für uns ist es unabdingbar, dass wir uns auf unsere Mitarbeiter in den wichtigen Positionen verlassen können“, sagt General Hamier von der nationalen irakischen Polizei. „Bis jetzt haben wir sie Fragebögen ausfüllen lassen und sie verhört. Da war es sehr einfach zu lügen. Jetzt wird das sehr viel schwieriger. „ Denn in Zukunft wird ein kleines Gerät merken, wenn jemand auf die Frage „Haben Sie geheime Dokumente gestohlen?“ eine falsche Antwort gibt.

AFP/lk