In den CDU-Landesverbänden wächst die Kritik am Führungsstil von Parteichefin und Kanzlerin Angela Merkel. Der Wahlsieg von Union und FDP sei nicht das Ergebnis einer überzeugenden Wahlkampfstrategie gewesen. „Vielmehr hatte die Union schlichtweg Glück“, erklären vier führende CDU-Politiker aus Hessen, Sachsen, Thüringen und Brandenburg in einem gemeinsamen Gastbeitrag der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
Sie werfen der Kanzlerin einen zu „präsidialen Stil“ und zu wenig parteipolitisches Profil vor.
Merkel sei im Wahlkampf nicht als Parteivorsitzende, sondern als Regierungschefin aufgetreten. „Die Bundeskanzlerin ist im Wahlkampf nicht als Spitzenkandidatin der Union, sondern als Kanzlerin der großen Koalition aufgetreten. Der präsidiale Stil der Kanzlerin brachte ihr zwar hohe Popularitätswerte, aber wenig parteipolitische Identifikation“, heißt es laut Vorabbericht in dem Gastbeitrag.
Autoren sind die Vorsitzenden der CDU-Fraktionen in den Landtagen von Hessen, Sachsen und Thüringen, Christean Wagner, Steffen Flath und Mike Mohring sowie die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im brandenburgischen Landtag, Saskia Ludwig.
Angesichts des Fehlstarts der schwarz-gelben Koalition und der sinkenden Popularitätswerte für Merkel sorgt das Papier der Landespolitiker für zusätzlichen Zündstoff in der Union. Der CDU-Bundesvorstand will auf seiner Klausurtagung am Donnerstag und Freitag auch über den Ausgang der Bundestagswahl und die Wahlkampfstrategie diskutieren. Zur Sprache kommen dürften aber auch das schlechte öffentliche Erscheinungsbild nach gut zehn Wochen schwarz-gelber Koalition. In der CDU wird inzwischen auf ein klärendes Wort der Parteivorsitzenden und Kanzlerin gewartet.
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Reuters/ws



