Nach der zweiten TV-Debatte im britischen Wahlkampf zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Parteichefs ab. Während in der ersten Umfrage der Chef der Konservativen, David Cameron, als Sieger hervorging, sah eine andere Studie den Liberaldemokraten Nick Clegg auf dem Spitzenplatz. Dieser konnte jedoch nach Ansicht von Kommentatoren seinen überraschenden Erfolg bei der ersten Fernsehdebatte nicht wiederholen.
Cameron konnte in der Sofortumfrage für die Zeitung „The Sun“ am Donnerstagabend 36 Prozent der Zuschauer auf seine Seite bringen. An zweiter Stelle kam Clegg mit 32 Prozent Zustimmung. Auf dem letzten Platz landete Premierminister Gordon Brown für die sozialdemokratische Labour-Partei mit 29 Prozent.
Eine andere repräsentative Umfrage für den Sender ITV sah Clegg jedoch bei 33 Prozent und Cameron und Brown bei jeweils 30 Prozent. Bei der zweiten von drei Live-Debatten vor der Parlamentswahl am 6. Mai gerieten die Chefs der drei großen Parteien in außenpolitischen Fragen aneinander.
Cameron machte erneut die europakritische Linie seiner Partei deutlich, während Brown ihn beschuldigte, Großbritannien damit zu isolieren. Außerdem ging es um den Einsatz in Afghanistan, Atomwaffen und auch den anstehenden Besuch des Papstes in Großbritannien.
Wenige Stunden vor der zweiten Fernsehdebatte hatte eine Zeitung Clegg einen unsauberen Umgang mit Spenden vorgeworfen. Der „Daily Telegraph“ berichtete, Clegg habe vor seiner Zeit als Parteichef regelmäßige Spendenüberweisungen auf sein privates Bankkonto erhalten.
Demnach überwiesen ihm drei Geschäftsleute monatlich bis zu 290 Euro. Dies gehe aus Kontoauszügen hervor, die Clegg im Jahr 2006 für seine Spesenabrechnung eingereicht habe.
Ein Sprecher der Liberaldemokratischen Partei bestätigte die Zahlungen, vermochte jedoch keine Unregelmäßigkeiten erkennen. Nach seinen Angaben wurde mit dem Geld ein weiterer Mitarbeiter für Cleggs Abgeordnetenbüro angeheuert.
Der frühere Chef eines Verbands, der das Verhalten von Abgeordneten überwacht, stufte den Vorgang hingegen als „unsauber“ ein.
.
dpa/AFP/ks





