Berlin

Bahn-Blockade gegen Maifest der NPD

Zu einem Maifest der NPD haben sich im Berliner Stadtteil Köpenick rund 200 Rechtsextremisten versammelt. An einer Gegendemonstration unter dem Motto „Gemeinsam gegen Rechts" nahmen rund 650 Menschen teil. Rund 300 Linke versuchten gegen Mittag, den S-Bahnhof zu blockieren.

Bei der Blockade kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mehrere Personen wurden festgenommen, die Polizei setzte auch Pfefferspray ein. Hunderte Beamte waren im Einsatz, um gewalttätige Zusammenstöße zwischen den Gruppen zu verhindern. Die Sitzblockade von Hunderten Demonstranten aus der autonomen Szene wurde von der Polizei aufgelöst. Der S-Bahnverkehr musste etwa eine Stunde unterbrochen werden.

Auf dem Bahnhof bot sich nach der Blockade Augenzeugen zufolge ein Bild der Verwüstung. Plakate waren heruntergerissen und Schaukästen zersplittert. Zur Zahl der Festnahmen konnte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage zunächst keine Angaben machen.

Eine gemeinsame Kundgebung des „Bündnisses für Demokratie und Toleranz Treptow-Köpenick“ und des „Bündnisses gegen Rechts“ mit rund 600 Demonstranten vor dem Bahnhof verlief dagegen friedlich. Unter den Gegendemonstranten waren die Vizepräsidentin des Bundestags, Petra Pau (Linke), und der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Walter Momper (SPD). Pau sagte: „Wir sind zwar alle im Wahlkampf, aber wenn es gegen die NPD geht, darf kein Löschblatt zwischen die Demokraten passen.“

Es gelte unter anderem zu verhindern, dass sich im nächsten Europa-Parlament eine starke rechtextremistische Fraktion bilden könne. Momper rief die Gegendemonstranten zu zivilem Ungehorsam auf, um die NPD-Veranstaltung zu blockieren.

Die rechtsextreme Partei will in ihrer Bundeszentrale in der nahe gelegenen Seelenbinderstraße ein sogenanntes Familienfest ausrichten. Ursprünglich hatte eine Kundgebung auch auf dem Mandrellaplatz stattfinden sollen. Die habe die NPD aber abgesagt, so dass sich die Veranstaltung auf die NPD-Bundeszentrale beschränkt, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

NPD-Gegner hatten diesen Veranstaltungsort als besonders provokant empfunden. Der Platz trägt den Namen des katholischen Amtsrichters Rudolf Mandrella, der für seinen NS-Widerstand ermordet wurde. Ein geplanter Auftritt des Rechtsextremisten Herbert Schweiger war von der Polizei verboten worden.

Als Redner auf der NPD-Kundgebung im Innenhof der Bundeszentrale waren unter anderem NPD-Chef Udo Voigt und der Fraktionschef in Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, vorgesehen.

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