1. Mai

Krawalle zur Walpurgisnacht in Berlin und Hamburg

In der Nacht zum 1. Mai ist es in Berlin und Hamburg wieder zu Krawallen gekommen. Nach zunächst friedlichen Feiern der Walpurgisnacht suchten Gruppen von Randalierern den Konflikt. Die Polizei sprach insgesamt aber dennoch von einer weitgehend ruhigen Nacht.

Foto: dpa

In Berlin stand in der Nacht im Stadtteil Friedrichshain eine teils aggressive und betrunkene Menge von rund 200 Personen der Polizei gegenüber. Es wurden Flaschen und Steine gegen Beamte geschleudert, Müllcontainer in Brand gesteckt. Auch eine Straßenbahn wurde mit Flaschen beworfen. Knapp 30 Polizisten seien verletzt, 84 Randalierer festgenommen worden. In der gesamten Stadt sei zudem rund ein halbes Dutzend Autos in Brand gesteckt worden. An den Feiern und Veranstaltungen am Mauerpark und Boxhagener Platz hätten zuvor insgesamt rund 3000 Menschen teilgenommen.

In der Hauptstadt hatten bereits am Donnerstagabend einige teilweise schwarz gekleidete Randalierer mit Steinen und Flaschen um sich geworfen. Beamte stoppten den spontanen Aufzug linksautonomer Demonstranten und riegelten die Umgebung mit Mannschaftswagen ab.

Insgesamt aber sprach die Berliner Polizei von einer weitgehend friedlichen Walpurgisnacht. In früheren Jahren sei die Gewalt weit größer gewesen, sagte ein Sprecher. Die Berliner Polizei bot in diesem Jahr allein in der Nacht zum 1. Mai rund 2000 Einsatzkräfte auf. In den Vorjahren war es wiederholt zu Krawallen gekommen.

Im Hamburger Schanzenviertel warfen Randalierer die Scheibe eines Bankinstitutes ein und zündeten mehrere Mülltonnen an. Gewaltbereite Jugendlichen hätten außerdem Flaschen auf Polizisten geworfen, teilte das Lagenzentrum mit. Vier Beamte seien bei den Angriffen leicht verletzt worden, ein Zivilpolizist erlitt eine Platzwunde am Hinterkopf. Nach Mitternacht räumten rund 300 Polizisten kurzfristig die Schanzenstraße. Dabei wurde auch ein Wasserwerfer in Stellung gebracht, der aber nicht zum Einsatz kam. Es gab drei Festnahmen. Insgesamt waren mehr als 800 Beamte im Einsatz. Für eine Walpurgisnacht sei es „ruhig“ gewesen, sagte der Sprecher. Die Zwischenfälle seien nicht zu vergleichen mit den schweren Ausschreitungen vor einem Jahr zum 1. Mai.

Verstärkt wird der 1. Mai bundesweit von linken und rechten Gruppierungen zu Demonstrationen genutzt. In mehreren Städten Deutschlands sind Kundgebungen angekündigt: Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei der Berliner Stadtteil Kreuzberg, wo sich am Abend des 1. Mai traditionell auch Autonome aus der linken Szene zu Wort melden. Mit einem friedlichen „Myfest“ wollen die Bewohner tagsüber ein Zeichen für Gewaltfreiheit setzen. Zudem wollen sich in diesem Jahr im Stadtteil Köpenick Anhänger der rechtsextremen NPD sowie Gegendemonstranten versammeln.

Die in Hannover geplante größte Demonstration von Rechtsextremisten wurde vom Bundesverfassungsgericht endgültig verboten. Dennoch richtet sich die Polizei auf einen Großeinsatz ein. Die Rechtsextremisten hatten 1000 Teilnehmer angekündigt, zu einer Gegenkundgebung wurden mehr als 10000 Teilnehmer erwartet. In Mainz und Ulm dürfen Kundgebungen von Rechtsextremisten stattfinden.

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