Berlin

Körting vergleicht Mai-Krawalle mit Vergewaltigung

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: dpa

Spitzenpolitiker von Union und FDP haben den Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) für seinen Vergleich der Krawalle am 1. Mai mit einer Vergewaltigung scharf kritisiert. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte der "Bild am Sonntag", "dieser Vergleich ist abstoßend und ein Skandal".

Der Berliner Innensenator hatte über Steinewerfer und Autoanzünder am 1. Mai gesagt: „Das ist wie bei Sexualdelikten: Ist die Frau erst mal ausgezogen und vergewaltigt, dann fällt es anderen leichter, auch mitzumachen.“

Nach Ansicht von FDP-Generalsekretär Dirk Niebel bagatellisiert Körting mit seiner Äußerung Sexual- und Gewaltstraftaten:„Mit seiner Äußerung bagatellisiert Körting Sexual- und Gewaltstraftaten. Statt solcher Vergleiche sollte Körting sich darum kümmern, dass keine Steine geworfen werden und Autos nicht angezündet werden.“ Körting müsse sich sofort öffentlich entschuldigen.


Körting sagte der "Bild am Sonntag", „der Vergleich mag unglücklich sein“. Damit aber habe er deutlich machen wollen, dass jeder, der die körperliche Integrität eines Menschen so angreift, eine schwere Straftat begehe. Ob er nun als erster handelt oder es anderen nachmacht, ändert nichts an seinem Vergehen.


Körting hat seinen Vergleich der Randale am 1. Mai mit einer Vergewaltigung mittlerweile als „unglücklich“ bezeichnet. Er stellte klar: „Der Vergleich mag unglücklich sein. Was ich aber damit sagen wollte: Jeder, der die körperliche Integrität eines Menschen so angreift, begeht eine schwere Straftat. Ob er nun als erster handelt oder es anderen nachmacht, ändert nichts an seinem Vergehen.“

Berlin hatte zum 1. Mai die schwersten Krawalle seit vielen Jahren erlebt. Polizei und Senat sprachen von einer neuen Qualität der Gewalt. Es habe mehr Gewalttäter, mehr Festnahmen und eine erhöhte Brutalität gegeben. Körting hatte von einem Rückschritt im Bemühen um einen friedlichen 1. Mai in der Hauptstadt gesprochen.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt forderte sogar den Rücktritt Körtings. Dobrindt sagte der „Bild am Sonntag“: „Körting muss sich öffentlich entschuldigen und dann seine Koffer packen und abhauen. Solche perversen und unverschämten Parolen sind eines Berliner Senators unwürdig.“

.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos
Beschreibung anzeigen