Zehn Jahre nach dem Regierungsumzug häufen sich an den Bundesbauten in Berlin millionenschwere Mängel. Besonders beim Bundeskanzleramt gibt es Probleme, die nach Regierungsangaben teilweise unter die Gewährleistung fallen oder mit Versicherungen abgerechnet werden. Wegen eines noch unklaren technischen Fehlers liefert beispielsweise das mit Pflanzenöl betriebene Blockheizkraftwerk weder Strom noch Wärme.

Der Grund für die Havarie wurde nicht detailliert beschrieben. Die Bundesbaugesellschaft sprach lediglich von einer „internen technischen Fehlfunktion“. Ersatzweise läuft die Heizung zurzeit über konventionelle Kesseltechnik und der Strom wird aus dem allgemeinen Netz abgezogen. Da an der innovativen Technologie zur Energieerzeugung festgehalten werden solle, müsse bis zur Isolierung und Beseitigung des Fehlers gewartet werden, hieß es.

Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg unterstrich, dass die Arbeit im Bundeskanzleramt derzeit nicht beeinträchtigt sei. Laut Bundesbaugesellschaft ändert sich das im kommenden Jahr: Im Hauptgebäude sei „eine bereichsweise Beseitigung von Mängeln vor allem mit Blick auf verschiedene Einzelaspekte der Lüftungstechnik vorgesehen, die auch das Büro der Bundeskanzlerin betreffen wird“.

Bautrupps unterwegs im Band des Bundes

Noch in diesem Jahr hingegen sollen Mängel an der Dachverglasung der Wintergärten und an Teilen der Sprinkleranlage beseitigt werden. Mit den Arbeiten dazu war bereits im vergangenen Jahr begonnen worden.

Beim Paul-Löbe-Haus und beim Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestages - im sogenannten Band des Bundes an der Spree – werken derzeit weithin sichtbar Bautrupps auf den Flachdächern. Dort müssen laut „Berliner Zeitung“ 174 Rauch-Wärme-Abzugsklappen von den Glasdächern nach innen verlegt werden. Mit der Wartung der außen angebrachten Abzugsklappen habe es Probleme gegeben. Die Kosten sollen „im mittleren einstelligen Millionen-Bereich“ liegen.

Am teuersten wird dem Bericht zufolge die Sanierung des 1999 für rund 45 Millionen Euro errichteten Gebäudes des Bauministeriums in Mitte. Die bisher veranschlagten Kosten von 25,42 Millionen Euro sollen auf mindestens 36 Millionen Euro steigen, hieß es.

AP/cn