"Helmut Kohl hat sich solch außergewöhnliche Verdienste um die CDU erworben, dass er ein Recht darauf hätte, den Ehrenvorsitz zu erhalten“, sagte Otto Wulff, Vorsitzender der Senioren-Union, der „Rheinischen Post“. Die 57.000 Mitglieder der Vereinigung wisse er dabei hinter sich, sagte Wulff.
Der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, sprang Wulff bei. „Der Ehrenvorsitz wäre eine Selbstverständlichkeit“, sagte Schlarmann der Zeitung.
„Die Wiedervereinigung hat Helmut Kohl mit einer internationalen Bravour gelöst, die seinesgleichen sucht“, so Schlarmann. „Der 80. Geburtstag unseres Altkanzlers ist eine gute Gelegenheit, um alte Konflikte beiseite zu legen.“ Wegen der Parteispendenaffäre verlor der langjährige Parteichef (1973-1998) am 18. Januar 2000 seinen Ehrenvorsitz.
Außerdem will der Berliner Senat zu Kohls 80. Geburtstag den Ehrenbürger der Stadt würdigen. Der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, Uwe Lehmann-Brauns (CDU), hatte den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und den Parlamentspräsidenten Walter Momper (beide SPD) in offenen Briefen darum gebeten.
Senatssprecher Richard Meng sagte dazu: „Selbstverständlich wird der Senat seinem Ehrenbürger Kohl in Würdigung seiner historischen Leistung in angemessener Form gratulieren.“
Dazu bedürfe es nicht eines Briefes von Lehmann-Brauns, fügte der Sprecher hinzu. Zudem gebe es üblicherweise bei runden Geburtstagen von Ehrenbürgern ein Senatsessen auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters. „Das ist eine Sache der direkten Abstimmung mit Herrn Kohl.“
Dem damaligen Bundeskanzler war 1992 die Ehrenbürgerwürde Berlins verliehen worden. Zusammen mit Kohl erhielten diesen Berliner Ehrentitel seine Verhandlungspartner über die deutsche Einheit: der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow und der frühere US-Präsident George Bush senior.
dpa/won/fas



