Die meisten Bundesbürger begrüßen es, dass die SPD-Kandidatin Gesine Schwan bei der Wahl des Bundespräsidenten gegen Amtsinhaber Horst Köhler antritt. In einer am Dienstag veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Politikmagazin „Cicero“ lehnten 64 Prozent einen vorzeitigen Verzicht Schwans ab, obwohl ihr bei der Wahl am 23. Mai durch die Bundesversammlung nur geringe Chancen eingeräumt werden.

Selbst bei den Unionsanhängern sagten demnach nur 40 Prozent, die SPD-Kandidatin solle gar nicht erst antreten. 53 Prozent rieten zur Kandidatur, bei den Grünen sprachen sich sogar 84 Prozent gegen einen Verzicht Schwans aus.

Die SPD hatte die 65-jährige Hochschulprofessorin am Montag offiziell als ihre Kandidatin für das Bundespräsidentenamt vorgeschlagen. Als weiterer Kandidat tritt für die Linke der Schauspieler Peter Sodann gegen Köhler an.

Bei der Bundespräsidentenwahl sind die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung äußerst knapp: Dort kommen CDU/CSU und FDP auf 606 Stimmen. Nötig ist in den ersten beiden Wahlgängen die absolute Mehrheit von 613 Stimmen.

Dazu könnten Köhler die zehn Stimmen der Freien Wähler aus Bayern verhelfen. Sie präferieren das amtierende Staatsoberhaupt, zeigten nach einem Treffen mit Schwan am vergangenen Freitag überraschend aber auch Sympathien für die SPD-Kandidatin.

SPD, Grüne und Linke kommen zusammen voraussichtlich auf 601 Stimmen.

AFP/lk