Kurz vor dem G-20-Weltfinanzgipfel in London hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy vor „falschen Kompromissen“ gewarnt. „Es müssen neue Regeln aufgestellt werden“, sagte Sarkozy dem Sender Europe 1 am Mittwoch mit Blick auf die internationalen Finanzmärkte. Erneut forderte er eine Kontrolle der risikoreichen Hedge-Fonds.

Es wäre inakzeptabel und unverständlich, sollten die konkreten Entscheidungen zu den Steuerparadiesen nicht nicht umgesetzt werden, fügte er hinzu. Paris wolle eine Liste aller Länder, die auf diesem Gebiet nicht zur Zusammenarbeit bereit seien. „Ich bin mit Angela Merkel einer Meinung“, sagte er.

Die bisherigen Entwürfe für eine Schlusserklärung seien weder für Deutschland noch für Frankreich akzeptabel. „Es gibt noch keine Übereinstimmung“, betonte er. Indirekt drohte er, ohne Einigung auf konkrete Ergebnisse zur Regulierung der Weltfinanz den Gipfel vorzeitig zu verlassen. „Die Politik des 'leeren Stuhls' würde das Scheitern des Gipfels bedeuten. Ich will nicht glauben, dass es soweit kommen wird“, sagte er.

Die regierungsnahe Zeitung „Le Figaro“ hatte schon am Montag unter Berufung auf eine zwei Wochen alte Bemerkung von Sarkozy berichtet, dass er das Treffen zur Not verlassen werde, wenn dabei nicht herauskommen solle. Finanzministerin Christine Lagarde ging in einem Interview mit der BBC ebenfalls darauf ein und sagte: „Er meint es Ernst.“

Sarkozy selbst formulierte vorsichtiger, dass er den Gipfel nicht unterstützen wolle, falls dieser mit einem faulen Kompromiss ende.

AP/dpa/ddp/ks