Kommentar

EU-Parlamentarier müssen jetzt Abstriche machen

Die Mitglieder des Europäischen Parlaments genehmigen sich in der Finanzkrise Business-Class-Flüge auf allen Stecken. Das ist in Zeiten, in denen viele Europäer um ihre Jobs fürchten müssen und den Gürtel enger schnallen, nicht vermittelbar. Statt zu protzen, sollten die Parlamentarier Solidarität beweisen.

Muss das sein? Die EU-Abgeordneten haben sich einen neuen Verhaltenskodex verordnet: Sie dürfen ab dem Sommer auf allen Strecken Businessclass fliegen.


Viele Unternehmen machen es genau umgekehrt: Sie verpflichten ihre leitenden Mitarbeiter, auf Kurzstrecken die Economyclass zu benutzen.


Was für Konzernchefs zumutbar ist, sollten auch die EU-Parlamentarier ertragen.


Natürlich muss der Beruf des Abgeordneten ausreichend attraktiv sein, damit sich auch beruflich erfolgreiche Menschen aus allen Lebensbereichen dafür entscheiden.


Aber ist der Business-Flug vom Wahlkreis nach Brüssel mit Champagner und Gebäck wirklich ein solcher Anreiz? Oder ist der Flug in der Businessclass für viele Volksvertreter nur ein Statussymbol?


Die Parlamentarier in Berlin und Brüssel sollten sich in Zeiten der Wirtschaftskrise verpflichten, innerhalb der EU nur noch Enonomyclass zu fliegen.


Natürlich würden dadurch nur ein paar 100.000 Euro gespart, die Entlastung der Haushalte wäre sehr gering. Aber die Abgeordneten würden damit ein Zeichen setzen.


Wir haben verstanden, hieße die Botschaft. Damit würden die Volksvertreter zeigen, dass sie bereit sind, in Krisenzeiten Abstriche zu machen.


Das wäre ein Zeichen der Solidarität mit all denen, die die Krise mit voller Härte trifft.


Es würde dem Ansehen der Politiker und der EU mehr helfen als viele Sonntagsreden und Sondergipfel.

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