Einsatz am Hindukusch

Der 1000. US-Soldat, der in Afghanistan stirbt

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Jan David Sutthoff

Foto: Screenshot Morgenpost Online

Sein Lebenslauf wirkt, als hätte man ihn erfunden, um die jungen Amerikaner zu repräsentieren, die da irgendwo in Asien gegen den Terror kämpfen. Gregory Stultz kam aus einer Kleinstadt mit etwas mehr als 8000 Einwohnern im Mittelwesten der USA, von dort, wo die Cowboyfilme spielen. Er war ein Junge vom Land.

Am vergangenen Freitag starb Gregory Scott Stultz, 22 Jahre alt, aus dem Ort Brazil im Bundesstaat Indiana bei einem Gefecht in der afghanischen Provinz Helmand. Jetzt wurde er in die offizielle Liste der amerikanischen Gefallenen im Afghanistan-Krieg eingetragen. Darin ist er genau der 1000. Tote, seit der Krieg gegen die Taliban 2001 begann. Sein Lebenslauf wirkt, als hätte man ihn erfunden, um die jungen Amerikaner zu repräsentieren, die da irgendwo in Asien gegen den Terror kämpfen, ein GI, wie wir Europäer ihn uns vorstellen. Aber der erste Blick trügt.

Gregory Stultz kam aus einer Kleinstadt mit etwas mehr als 8000 Einwohnern im Mittelwesten der USA, von dort, wo die Cowboyfilme spielen. Er war ein Junge vom Land. Und er war ein Kämpfer, schon bevor er zum Militär ging. Als Ringer brachte er es bis zum Kapitän seiner Highschool-Mannschaft. Sein sportliches Talent verhalf ihm auch zu einem Stipendium fürs College. Höhere Bildung ist teuer in Amerika, und Sport ist für viele arme Jungs der Weg nach oben. Ein anderer Weg ist der Militärdienst.

„Ringer sind gute Militärs“, sagte Dan Mikesell, der den jungen Gregory trainierte, der Lokalzeitung „Brazil Times“. „Sie kämpfen hart, um Bestleistungen zu erreichen.“ Gregory Stultz brachte es bis zur Eliteeinheit der Marineinfanteristen und erhielt mehrere militärische Auszeichnungen. Wenn er den Krieg überlebt hätte, wären das nützliche Details gewesen für eine zivile Karriere. Amerika ist ein Land, das Kämpfer belohnt. Aber Gregory Stultz hat offenbar nicht nur für sich selbst gekämpft.

Die Menschen, die ihn gekannt haben, beschreiben Stultz als gläubigen Christen, mehr noch: als einen, der seinen Glauben lebte. Das sagen Menschen wie der Leiter des House of Hope, eines Rehabilitationszentrums für Alkoholiker und Drogenabhängige. Dort half Stultz in seiner Freizeit. Sehr viel mehr lässt sich nicht in Erfahrung bringen über Gregory Stultz. Ein Cowboy war er nicht.

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