Neuer Nato-Generalsekretär wird voraussichtlich der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen. Nach Deutschland, Großbritannien und Frankreich unterstützen Kreisen zufolge nun auch die USA den 56-Jährigen. Der derzeitige Amtsinhaber Jaap de Hoop Scheffer scheidet Ende Juli aus. Die europäischen Mitglieder der Nato stellen traditionell den Generalsekretär der Allianz und damit den ranghöchsten politischen Vertreter. Der Nato-Oberkommandierende und damit der ranghöchste Militär wird von den USA besetzt.
Eine Person aus dem Umfeld der Regierung von US-Präsident Barack Obama sagte am Samstag, die USA hätten ihre Unterstützung für Rasmussen signalisiert, nachdem sie ihn im März in Dänemark besucht hätten. Auch zwei ranghohe Nato-Diplomaten sagten, die USA hätten ihren Partnern eine Akzeptanz Rasmussens bedeutet. Eine offizielle Bekanntgabe der Personalie ist beim Jubiläums-Gipfel der Allianz am 3. und 4. April in geplant.
Die Ernennung muss von allen 26 Nato-Mitgliedern und damit auch der Türkei unterstützt werden. Dort gibt es Vorbehalte gegen Rasmussen, weil er sich 2006 nicht für die Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Tageszeitung entschuldigen wollte. Damals hatte es deshalb vor dänischen Botschaften in mehreren muslimischen Staaten Demonstrationen gegeben. Aus Kreisen der Nato hieß es aber, es würden aus Ankara keine Probleme bei der Bestätigung Rasmussens erwartet, da die Türkei nicht als einziger Staat sein Veto einlegen wolle.
Ein Sprecher der Bundesregierung hatte Anfang März gesagt, die Nato-Staaten hätten sich noch nicht auf einen Nachfolger verständigt. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuvor berichtet, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister Gordon Brown hätten auf Rasmussen geeinigt, eine US-Zustimmung stehe aber noch aus.
Reuters/lha





