Ägypten hat am Sonntag den Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen für drei Tage geöffnet. Damit solle Studenten und Kranken die Ausreise aus dem Palästinensergebiet ermöglicht werden, sagte ein Sprecher der radikalislamischen Hamas. Als erstes habe am Morgen ein Bus mit im Ausland studierenden Palästinensern aus dem Gazastreifen den Grenzübergang passiert.
Der Kontrollpunkt Rafah ist die einzige Möglichkeit zum Verlassen des Gazastreifens, die nicht über Israel führt. Er ist seit Juni 2006 fast durchgehend geschlossen und wird nur ab und zu für kurze Zeit geöffnet, vor allem aus humanitären Gründen.
Entlang der verbinden viele Schmugglertunnel das Palästinensergebiet und Ägypten. In einem von ihnen kam es am Wochenende zu einem Unglück: Mindestens vier palästinensische Schmuggler aus dem Gazastreifen erstickten. Nach Angaben palästinensischer Sanitäter wurden am Sonntag mehrere Leichen geborgen. Ein weiterer Mann werde vermisst.
Die genaue Todesursache war zunächst unklar. Augenzeugen berichteten, ägyptische Sicherheitskräfte hätten am Samstag Giftgasbehälter in den Schmuggler-Tunnel geworfen. Nach anderen Berichten starben die Palästinenser an Sauerstoffmangel, als sie den bei israelischen Bombardements eingestürzten Tunnel reparieren wollten.
Die Tunnel dienen den Palästinensern zum Schmuggel von Lebensmitteln und Waren, aber auch von Waffen in den Gazastreifen. Sie umgehen damit die Blockade des Gazastreifens, die Israel angesichts andauernder Raketenangriffe auf sein Gebiet verhängt hatte. Israel fordert von Ägypten ein hartes Vorgehen gegen den Schmuggel.
AFP/dpa/cn





