Die Linkspartei soll künftig von Klaus Ernst und Gesine Lötzsch geführt werden. Parteikreise bestätigten entsprechende Angaben des Berliner Landesvorsitzenden Klaus Lederer. Die stellvertretende Bundestags-Fraktionsvorsitzende Lötzsch und Parteivize Ernst sollen im Mai beim Parteitag in Rostock Nachfolger des an Krebs erkrankten Oskar Lafontaine und von Lothar Bisky werden, die beide nicht mehr kandidieren werden.


Lötzsch wurde am 7. August 1961 in Berlin geboren. Nach dem Studium an der Humboldt-Universität (HU) diplomierte sie zur Lehrerin für Deutsch und Englisch, später dann wurde sie wissenschaftliche Assistentin an der HU. Die verheiratete Mutter zweier Kinder war von 1984 bis 1990 in der SED, danach trat sie der PDS bei. Schon von 1991 bis 1993 wurde sie zum Mitglied des Landesvorstandes, ein Jahr später führte sie den Bezirksverband der PDS in Lichtenberg an. Ebenfalls seit 1991 gehörte Lötzsch dem Abgeordnetenhaus an, wechselte dann aber 2002 in den Bundestag.

Klaus Ernst stammt dagegen aus München. Dort wurde er 1954 geboren. Nach seiner Ausbildung zum Elektromechaniker studierte er Volkswirtschaftslehre und Sozialökonomie in Hamburg. Das langjährige Mitglied der IG Metall organisierte 1984 beispielsweise den Streik zur Durchsetzung der 35-Stunden-Woche mit. Als er später gegen die Politik der von der SPD-geführten Bundesregierung protestiert, folgt 2004 der Ausschluss aus der SPD. 2007 wird er auf dem Gründungsparteitag der Linkspartei zum stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt und 2008 auf dem ersten Parteitag bestätigt. Seit 2005 ist er Mitglied des Bundestages.

Die Doppelspitze bei der 2007 gegründeten Partei war bisher als Übergangslösung zur Vereinigung der Ost- und Westteile der Linkspartei gedacht und sollte 2010 auslaufen. Nur mit einer Zwei- Drittel-Mehrheit könnte der Parteitag eine Satzungsänderung für eine Beibehaltung der Doppelspitze beschließen.


Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi sei nicht bereit gewesen, allein die Parteiführung zu übernehmen, sagte Lederer im Deutschlandradio Kultur. Der geschäftsführende Vorstand saß nach seinen Angaben bis halb vier Uhr morgens zusammen.


Auch bei der Suche nach einer Nachfolge für den nach Illoyalitätsvorwürfen nicht mehr kandidierenden Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch soll es eine Lösung geben. Künftig soll es zwei Bundesgeschäftsführer geben. Der aus Hessen stammende Fraktionsvize Werner Dreibus und die Bundestagsabgeordnete Caren Lay sollen Bundesgeschäftsführer werden.

Die Parteigremien und die Landesverbände hatten darauf gedrungen, eine „Gesamtarchitektur“ für die neue Parteiführung zu erstellen.

dpa/hed