Bei schwerer Krankheit

Mehrheit der Deutschen ist für aktive Sterbehilfe

Was tun, wenn das Leben am Lebensende nicht mehr lebenswert erscheint? Über die Hälfte der Deutschen sagen, jeder muss selbst entscheiden dürfen, wann er seinem Leben ein Ende setzt – und er darf sich dabei auch aktiv helfen lassen. Grund für die Entscheidung ist bei vielen die Religion.

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Vorausgesetzt, der Betroffene ist schwer krank und wünscht sich denTod, sprachen sich insgesamt 58 Prozent der Befragten für aktive Sterbehilfe aus. Nur 19 Prozent lehnten Sterbehilfe ab, 23 Prozent waren unentschieden.

Die Religionszugehörigkeit hat offenbar keinen großen Einfluss auf die Einstellung zur Sterbehilfe. Denn obwohl die beiden christlichen Kirchen aktive Sterbehilfe strikt ablehnen, waren 56 Prozent der Protestanten und 50 Prozent der Katholiken für aktive Sterbehilfe.


Allerdings ist die Zustimmung für aktive Sterbehilfe bei Personen, die keiner oder einer anderen Glaubensrichtung angehören, noch größer: 65 Prozent von ihnen sprachen sich dafür aus.


Unterschiede bei den Altersgruppen habe es kaum gegeben, teilten die Meinungsforscher mit. Zwar lag die jüngste Altersgruppe (16 bis 29 Jahre) mit 63 Prozent an der Spitze der Sterbehilfe-Befürworter.


Bei den Älteren ab 60 Jahren sprachen sich noch 51 Prozent dafür aus, jedoch beantwortete hier jeder Vierte die Frage mit „unentschieden“.


Dagegen war bei der Frage nach passiver Sterbehilfe, bei der lebensverlängernde Maßnahmen unterlassen werden, diese älteste Gruppe mit 76 Prozent an der Spitze. Insgesamt sprachen sich 72 Prozent für passive Sterbehilfe aus, elf Prozent waren dagegen und 17 Prozent zeigten sich unentschieden.

Das Institut für Demoskopie in Allensbach hatte vom 7. bis 17 Juli 1.786 Deutsche ab 16 Jahren befragt.