„Die beste Lösung wäre, den Steuersatz bei Einkommen ab 600 000 Euro sprunghaft auf 80 Prozent ansteigen zu lassen. Das sind Einkommen, die dem 20-fachen des Durchschnittseinkommens entsprechen. Alle schamlosen Einkommen wären erfasst “, sagte Lafontaine der „Passauer Neuen Presse“
Mit dem so eingenommenen Geld solle der Staat dann ein Konjunktur-Programm zur Bekämpfung der Rezession finanzieren.
„In der Bankenkrise ist das Auseinanderklaffen der Einkommen Thema der gesamten Bevölkerung“, sagte Lafontaine den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“. Einkommen von mehr als 600 000 Euro jährlich seien „schamlos“, erklärte Lafontaine: „Das sind Einkommen, die dem 20-fachen der Durchschnittseinkommen entsprechen.“
Lafontaine plädierte dafür, der Rezession mit Staatsausgaben zu begegnen: „Nur ein massives Programm – die USA und China zeigen das – kann die Rezession noch stoppen.“ Das jüngst auf den Weg gebrachte Paket der Bundesregierung sei hingegen nur ein „Konjunktur-Progrämmchen“.
Vom Weltfinanzgipfel in Washington erwartet Lafontaine zumindest „ein oder zwei konkrete Entscheidungen“: „Wenn das Austrocknen der Steueroasen und die öffentliche Kontrolle von Rating-Agenturen beschlossen würden, kämen wir schon ein Stück weiter.“
Außerdem sprach sich der Linke-Chef für eine Börsenumsatzsteuer aus. In Höhe von einem Prozent hätte diese seiner Meinung nach im vergangenen Jahr in Deutschland Mehreinnahmen von 70 Milliarden Euro gebracht. „Andere Länder dämpfen so die Spekulation und wir könnten Facharbeiter und Kleinbetriebe entlasten“, sagte Lafontaine.
dpa/ddp/ks




