Im Irak sind etliche Mitarbeiter des Innenministeriums unter dem Verdacht festgenommen worden, die Baath-Partei des ehemaligen Diktators Saddam Hussein wiederaufbauen zu wollen. Die Verdächtigen würden dazu unter Aufsicht der irakischen Justiz befragt, sagte Generalmajor Abdul Karim Chalaf.


Unter ihnen seien hochrangige Offiziere bis hin zum Brigadegeneral. Die "New York Times" hatte zuvor berichtet, eine Eliteeinheit der Terrorabwehr, die Ministerpräsident Nuri al-Maliki direkt unterstehe, habe bis zu 35 Ministeriumsmitarbeiter festgenommen. Einige von ihnen würden beschuldigt, einen Putsch geplant zu haben.

Der Chef der Presseabteilung des Ministeriums, Brigadegeneral Alaa al-Taei, wies dies jedoch zurück. Die Festgenommenen würden nicht der Vorbereitung eines Umsturzes verdächtigt. Vorgeworfen werde ihnen aber, Pläne zum Niederbrennen des Ministeriums gehabt zu haben. Möglicherweise hätten die Mitarbeiter damit Beweise vernichten wollen.

Auch in Ministeriumskreisen wurde die Wahrscheinlichkeit eines Putsches als gering eingeschätzt. Ein Brigadegeneral sagte, der einfachste Weg, Leute loszuwerden sei der Vorwurf, sie seien Anhänger der Baath-Partei. Das im Irak ab 1979 von Saddam Hussein geführte Baath-Regime wurde im April 2003 durch den von den USA begonnenen Krieg entmachtet und die Partei danach für aufgelöst erklärt. Ein anderer Ministeriumsmitarbeiter sagte, die Festnahmen stünden in Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen. Ihm zufolge wurden 32 Angehörige der Regierungsbehörde festgenommen.

Ministerpräsident Maliki, der als Schiit eine brüchige Regierungskoalition unter anderem aus sunnitischen Arabern und Kurden anführt, tritt mittlerweile zunehmend bestimmter auf. Vertretern der USA zufolge bemüht sich das Innenministerium derzeit, Angehörige von Milizen und korrupte Mitarbeiter von ihren Posten zu entfernen. Ihrer Einschätzung nach kommen jedoch auch politisch motivierte Festnahmen selbst innerhalb des Ministeriums vor.