CSU-Chef Horst Seehofer ist für eine klare Koalitionsaussage der Union zugunsten der FDP vor der Bundestagswahl im September. „Wir wollen mit der FDP nach der Bundestagswahl die neue Bundesregierung stellen“, sagte der bayerische Ministerpräsident auf der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth. „Unser absoluter Wunschpartner ist die FDP.“

Er deutete an, dass er sich entsprechend deutliche Aussagen auch von der Schwesterpartei CDU und von der FDP wünsche. CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg sagte, seine Partei wolle „eine gestaltende bürgerliche Mehrheit“. Er lehnte jedoch einen gemeinsamen Wahlkampf mit der FDP ab.

Seehofer rechnet nicht damit, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen seines selbstbewussten Auftretens in Berlin verärgert ist. Er betonte: „Die Kanzlerin ist viel zu sehr Profi, um nicht zu verstehen, dass ich jetzt diese Funktion als Parteivorsitzender und Ministerpräsident habe.“ Zuvor sei er als Bundesminister in die „Kabinettsdisziplin“ eingebunden gewesen. Nun aber habe er „die Aufgabe und die Verantwortung, Bayern und die CSU in der bundesdeutschen Politik zu vertreten“.


Seehofer verwies darauf, dass die CSU-Spitze ihre Analyse des Debakels bei der Landtagswahl jetzt „niedergeschrieben“ hat. Er fügte hinzu: „Die ist schonungslos.“ Mit der Analyse werde sich noch der Parteivorstand sowie die CSU-Landtagsfraktion bei ihrer Klausur befassen.

Seehofer betonte, das „Erdbeben“ bei der Landtagswahl sei „kein Betriebsunfall“ gewesen. Dies sei „die wichtigste Schlussfolgerung“. Es werde jetzt „richtiger Anstrengungen bedürfen, Stück für Stück das Vertrauen der Bevölkerung wieder zurückzugewinnen“.

afp/dpa/fas