Frauen in Führungspositionen sind in den Bundesministerien und obersten Bundesbehörden immer noch wenig vertreten: Gerade einmal 22,3 Prozent der Abteilungs-, Unterabteilungs- und Referatsleiter sind dort weiblich, wie eine Umfrage der „Financial Times Deutschland“ unter den Gleichstellungsbeauftragen ergab. Dabei finden sich umso weniger Frauen, je höher die untersuchte Hierarchiestufe ist.

So gibt es dem Bericht zufolge derzeit keine einzige verbeamtete Staatssekretärin. Die bisher letzte sei 2002 die heutige Justizministerin Brigitte Zypries gewesen. Auf der Ebene der Abteilungsleiter, wo die politische Schlüsselarbeit erledigt wird, seien die Männer ebenfalls deutlich in der Überzahl: 21 Frauen stünden 110 Männern gegenüber.


Besonders männerlastig ist nach dem „FTD“-Bericht das Ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Die verbeamteten Staatssekretäre und Abteilungsleiter seien allesamt männlich, erst auf die nächste Führungsebene hätten sich einige wenige Frauen verirrt. Vier von 21 Unterabteilungsleitern seien Frauen, 25 der 140 Referatsleiter weiblich.

Wie wenig die meisten Ministerien sich um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kümmerten, zeige auch das schleppende Zertifizierungsverfahren der Hertie-Stiftung, schrieb die Zeitung weiter. Gerade mal vier der 14 Bundesministerien hätten sich ihre Familienfreundlichkeit bescheinigen lassen. Auch das Kanzleramt sei noch nicht geprüft.

dpa/wal