Die Entwicklungschancen der ersten Lebensjahre von Kindern werden laut Unifef in Deutschland nicht ausreichend genutzt. Nach einer in Berlin vorgestellten internationalen Vergleichsstudie des UN-Hilfswerkes über die Betreuung in Kindergärten und anderen Kindertageseinrichtungen liegt die Bundesrepublik unter 25 Industrieländern nur auf einem mittleren Platz.
Danach erfüllt lediglich Schweden alle zehn von Unicef formulierten Mindeststandards für die jüngsten Kinder, gefolgt von den anderen skandinavischen Ländern und Frankreich mit neun beziehungsweise acht erfüllten Kriterien. Deutschland erreiche auch nach Einführung des Elterngeldes lediglich fünf der Kriterien.
In den Ländern der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) werden heute den Angaben zufolge über 80 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen täglich mehrere Stunden außerhalb der Familie betreut. Der Anteil der unter drei Jahre alten Kinder in Einrichtungen wachse stetig.
Zu den von Unicef geprüften Kriterien gehören neben der Einführung einer einjährigen Elternzeit bei Weiterzahlung von mindestens 50 Prozent des bisherigen Einkommens auch ausreichende Betreuungsangebote für unter Dreijährige sowie eine gute Ausbildung und Bezahlung der Kita-Mitarbeiter.
Weitere Prüfsteine waren ein Mindestpersonalschlüssel von einer Mitarbeiterin für 15 Kinder, öffentliche Investitionen von einem Prozent des Bruttonationaleinkommens für Kindergärten und Horte, ein nationaler Aktionsplan zur Förderung vor allem von benachteiligten Kindern sowie eine Kinderarmutsrate von unter zehn Prozent.
EPD/AFP/ab




