Statistik

Jeder fünfte Deutsche hat Migrationshintergrund

Fast ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Tendenziell haben auch immer mehr Migranten einen deutschen Pass. Auf dem Arbeitsmarkt stehen sie inzwischen besser da als noch vor wenigen Jahren.

In Deutschland wächst der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, ging im vergangenen Jahr zwar die Zahl der Ausländer leicht zurück. Dafür wurden aber deutlich mehr Deutsche aus Einwandererfamilien gezählt. Insgesamt machen die Menschen mit Migrationshintergrund jetzt 18,7 Prozent der Bevölkerung aus.

Zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund werden die seit 1950 nach Deutschland Zugewanderten und deren Nachkommen gezählt. 2007 machten Ausländer mit 7,3 Millionen insgesamt 8,9 Prozent der Bevölkerung aus, die Deutschen mit Migrationshintergrund 8,1 Millionen oder 9,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der Ausländer den Angaben zufolge um 20.000 zurück, die der Deutschen mit Migrationshintergrund nahm dagegen um 287.000 zu.


Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland stieg folglich um rund 268.000 Personen auf 15,4 Millionen, die Bevölkerung insgesamt ging dagegen um 112.000 Personen von 82,4 auf knapp 82,3 Millionen zurück. Die Zahl der Personen ohne Migrationshintergrund fiel um 379.000 von 67,2 auf 66,8 Millionen. Insgesamt wuchs somit der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund von 18,4 auf 18,7 Prozent.


Mit 10,5 Millionen stellten die seit 1950 Zugewanderten, also Menschen mit eigener Migrationserfahrung, im vergangenen Jahr zwei Drittel aller 15,4 Millionen Bundesbürger mit Migrationshintergrund. Unter ihnen waren die Ausländer mit 5,6 Millionen gegenüber denjenigen mit deutschem Pass (4,9 Millionen) in der Mehrheit. 2,8 Millionen dieser 4,9 Millionen Deutschen gaben an, als Aussiedler oder Spätaussiedler oder als deren Ehegatte oder Kind nach Deutschland eingereist zu sein.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts konnten die Menschen mit Migrationshintergrund 2007 erheblich von der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitieren. Den Ergebnissen aus dem Mikrozensus zufolge ging die Zahl der Erwerbslosen unter ihnen im Vergleich zum Vorjahr um 178.000 zurück. Dagegen stieg die Zahl der Erwerbstätigen mit Migrationshintergrund, die nicht nur geringfügig beschäftigt waren, um 221.000 an.

Durch diese Entwicklung hat sich zwar der Abstand zwischen den Menschen mit und ohne Migrationshintergrund verringert, er war laut Statistischem Bundesamt aber weiterhin deutlich ausgeprägt. So waren Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 65 Jahren nahezu mit 14 Prozent doppelt so häufig erwerbslos wie jene ohne. Auch gingen 12,6 Prozent ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nach gegenüber 8,4 Prozent aller Erwerbstätigen.

Vor allem waren davon Menschen ohne einen deutschen Pass betroffen - von diesen waren 16 Prozent erwerbslos, und 13,7 Prozent der Erwerbstätigen unter ihnen waren ausschließlich geringfügig beschäftigt.


Einer der Gründe dafür dürfte sein, dass ein fehlender allgemeiner Schulabschluss bei Menschen mit Migrationshintergrund mit 12,6 Prozent häufiger anzutreffen als bei den anderen (1,6 Prozent), ebenso ein fehlender beruflicher Abschluss (58 Prozent gegenüber 22,9 Prozent).


Auch der Anteil der trotz Erwerbstätigkeit Armutsgefährdeten lag bei den Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 65 Jahren mit 13,4 Prozent deutlich höher als bei der übrigen Bevölkerung (4,6 Prozent).

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