Gesundheit

Jedes dritte Krankenhaus schreibt rote Zahlen

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Das neue Krankenhaus-Barometer schreckt auf: Jedes dritte Krankenhaus in Deutschland schreibt rote Zahlen, Tausende Arztstellen sind unbesetzt, für die nächsten Jahre droht eine weitere Verschlechterung der Situation. Seit Jahren waren die Perspektiven nicht mehr so pessimistisch.

Jedes dritte Krankenhaus hat im vergangenen Jahr nach Angaben ihres Spitzenverbands rote Zahlen geschrieben. Nur noch gut die Hälfte der Kliniken habe 2007 einen Überschuss erzielt, teilte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit.

Für 2008 erwarten die Kliniken noch einmal eine deutliche Verschlechterung ihres Jahresergebnisses, ergab das sogenannte Krankenhaus Barometer: Der Anteil der Kliniken mit einem Überschuss werde um rund 20 Prozent auf 32 Prozent sinken.

Nur 21 Prozent der Kliniken schätzen der DKG zufolge ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als eher gut ein, während 34 Prozent sie als eher unbefriedigend beurteilen. 43 Prozent sind in dieser Frage unentschieden.

„Seit Jahren haben die Krankenhäuser nicht mehr so pessimistisch und sorgenvoll in die Zukunft geschaut“, sagte Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Das vom Kabinett beschlossene Hilfspaket bringe nur teilweise Entlastung. Mehr als 50 Prozent der Tarifkostensteigerungen und der überwiegende Teil der Sachkostenzuwächse müssten die Kliniken selbst aufbringen.

Zudem entwickele sich der Ärztemangel in den Hospitälern zu einem gravierenden Problem. Nach Angaben der Krankenhausgesellschaft sind rund 4.000 Arztstellen unbesetzt.


Baum warnte, ohne eine Refinanzierung der Finanzlücke von 6,7 Milliarden Euro werde die Zahl der Krankenhäuser mit Verlusten weiter zunehmen. Mehr als 20.000 Arbeitsplätze müssten dann abgebaut werden.


Der Umfrage zufolge ist 2007 bei rund einem Drittel (36 Prozent) das Jahresergebnis gesunken, bei 33 Prozent stieg es und bei 30 Prozent blieb es gleich.

Für die Umfrage des Deutschen Krankenhaus Instituts wurden von April bis Juni 347 Allgemeinhospitäler mit mindestens 50 Betten befragt. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ.

( Reuters/EPD/ab )