Der am Mittwoch vorgestellte Film zeigt nach Bildern der Pop-Sternchen Britney Spears und Paris Hilton Aufnahmen des Kandidaten Obama in der Menschenmenge vor der Siegessäule. „Barack Obama ist zum größten Star der Welt aufgestiegen", sagt eine Sprecherin aus dem Hintergrund. „Aber kann er auch das Kommando übernehmen?" Es folgt der Vorwurf, dass Obama Steuern erhöhen wolle und für das höchste Amt zu unerfahren sei.
McCains Wahlkampfplaner Steve Schmidt sagte vor Journalisten, Obamas Europa-Reise habe die „Überheblichkeit von Obamas Kampagne" gezeigt. Bei der Präsidentschaftswahl im November werde es um eine Entscheidung „zwischen dem größten Star der Welt und einem echten amerikanischen Helden" gehen, sagte Schmidt. McCain hat in den letzten Tagen die Kritik an Obama verschärft und ihm unter anderem vorgehalten, dass dieser einen Besuch bei verwundeten US-Soldaten am Stützpunkt Landstuhl abgesagt habe. In Umfragen hat Obamas Führung vor McCain deutlich verringert.
Auch für die Deutschen hat der TV-Werbespot erneut nur Spott übrig, nachdem ein McCain-Sprecher die deutschen Obama-Fans schon direkt nach der Rede in Berlin als "kriecherisch" beleidigt hatte. Die angebliche Obama-Lobhudelei wird dabei arg aufs Korn genommen. Zu Wort kommen Besucher der Berliner Obama-Veranstaltung, die für amerikanische Ohren Merkwürdiges von sich geben.
Beispielsweise berichtet da ein junger Mann, dass seine „marxistischen Freunde“ in den USA Obama unterstützten. Ein anderer vergleicht den US-Demokraten mit dem Revolutionsführer Che Guevara. Zudem werden Bilder Obamas mit Fotos des US-Schauspielers David Hasselhoff verknüpft und überblendet.
Amerikaner machen sich oft über den angeblich schlechten Geschmack der Deutschen lustig, die selbst einen – in den USA nicht sonderlich populären – Hasselhoff zum Star machten.
In der Schlacht um die TV-Spot hat allerdings Obama die Nase vorn – zumindest finanziell: Seine Geldreserven machen es möglich, dass mehr Amerikaner als jemals zuvor Wahlwerbung im Fernsehen sehen können. Obama könne es sich leisten, auch in Staaten wie Alaska und Montana Werbespots zu schalten, in denen in der Vergangenheit nur selten TV-Spots ausgestrahlt wurden, berichtete die „USA Today“.
Zudem setze Obama deutlich mehr auf nationale Werbespots als andere Kandidaten vor ihm. Einer aktuellen Studie zufolge hat Obama – unabhängig vom Vorwahlkampf – bereits 27 Millionen Dollar (rund 17,4 Millionen Euro) in Wahlwerbung gegen seinen republikanischen Rivalen John McCain investiert. McCain wiederum hat demnach seit Anfang Juni TV-Spots für 25 Millionen Dollar geschaltet.
dpa/afp/kami

