Bei der Wahl in den USA ist es in einer Reihe von Bundesstaaten zu Pannen und Unregelmäßigkeiten gekommen. Unter den betroffenen Regionen sind auch besonders umkämpfte Staaten wie Virginia, Florida, Ohio.

Vielerorts waren die Schlangen vor den Wahllokalen extrem lang. Dieses Problem gibt es praktisch bei der jeder Präsidentschaftswahl in den USA. Diesmal aber dürften noch mehr Menschen noch länger warten als sonst, da eine Rekordzahl der Bürger offiziell als Wähler registriert ist – gute 153 Millionen. Mangel an Wahlmaschinen oder technische Probleme verlängerten die Schlangen in manchen Orten umso mehr.

Rosemary Rodriguez, die Vorsitzende der US-Wahlkommission, bat ihre Landsleute laut BBC, möglichst in den ruhigeren Stunden während der typischen Bürozeiten wählen zu gehen, um lange Schlangen am Morgen und Abend zu vermeiden.

Das allerdings nützte vielerorts nichts: Nach Angaben des Nachrichtensenders CNN mussten etwa Wähler in Detroit, Michigan, bis zu fünf Stunden Schlange stehen. In Norfolk, Virginia, warteten Wähler demnach sogar bis zu sieben Stunden, in St. Louis, Missouri, bis zu sechs Stunden.

In New York sahen manche Wähler die Probleme voraus: Nach Angaben der Wahlkommission standen die Menschen in einigen Wahlkreisen schon gegen 4 Uhr morgens an, um sicherzustellen, dass sie ihre Stimme würden abgeben können.

Probleme mit Wahlmaschinen und -zetteln sorgten nicht nur für längere Schlangen. So mussten die Wähler in einigen Wahlkreisen in New Jersey auf Wahlzettel aus Papier ausweichen, weil die Wahlcomputer nicht funktionierten.

In Virginia und Pennsylvania verweigerten laut dem „Miami Herald“ zahlreiche Wahlmaschinen ihren Dienst. Zum Teil hätten Bürger deswegen nicht abstimmen können, weil sie nicht so lange warten könnten, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Bürgerrechtsorganisation. Andere hätten Wahlzettel ausgehändigt bekommen, die in einen anderen Bezirk gehörten. Dieses Problem gab es auch in Kansas City, im Bundesstaat Missouri.

In Teilen von North Carolina gab es laut CNN zudem Probleme mit regennassen Wahlzetteln. Hier wird in System benutzt, bei dem die Wähler ihren Papierstimmzettel ausfüllen und danach in einen Scanner schieben. Da viele der Zettel nass geworden waren, konnten die Maschinen sie teils nicht richtig lesen, oder die Zettel blieben in den Maschinen stecken. Daraufhin wurden die Wahlhelfer von den Behörden aufgefordert, Papiertücher zu beschaffen, mit denen Wähler ihre Wahlzettel trocknen sollten.

Ein weiteres Problem bei der Wahl liegt in der Tatsache begründet, dass jeder Wahlberechtigte in den USA sich als Wähler registrieren muss, um tatsächlich seine Stimme abgeben zu können. In Virginia sollen laut dem „Miami Herald“ mehrere tausend Wähler in Wahllokalen abgewiesen worden sein, obwohl sie registriert waren. Auch der Oscar-Preisträger Tim Robbins hatte Probleme: Als er in seinem Wahllokal in New York City auftauchte, stand er nicht auf der Liste. Erst nach einem fünfstündigen Kampf mit den Behörden konnte er seine Stimme abgeben.

Als ob das alles noch nicht genug wäre, könnten sich einige Wähler durch irreführende SMS und E-Mails verwirren lassen. Laut CNN wurden solche Botschaften unter anderem an Bewohner von Texas, Mississippi, Alabama, Maryland, Arkansas, Virginia und Florida verschickt. Darin hieß es unter anderem, die Schlangen vor den Wahllokalen seien so lang, dass alle Anhänger von Barack Obama einen Tag später wählen gehen sollten.

Die Koalition zum Schutz des Wahlvolkes, ein Zusammenschluss von mehr als 100 Bürgerrechtsorganisationen, gab an, dass bei ihrer Hotline bis zum frühen Nachmittag bereits etwa 44.000 Anrufe eingegangen waren, in denen Wähler von Problemen berichteten oder Fragen zum genauen Prozedere hatten.

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