Telefonat

Was Merkel mit Obama am Telefon besprach

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Es war ein erstes Telefonat und ein kurzes. Knapp 15 Minuten hat Bundeskanzelerin Angela Merkel mit dem künftigen US-Präsidenten Barack Obama zwei Tage nach seiner Wahl gesprochen. Wichtigstes Thema: Die Wirtschaftschaftskrise. Merkel und Obama vereinbarten eine enge Zusammenarbeit.

Bundeskanzlerin Merkel telefonierte am Donnerstagabend gegen 22.00 Uhr etwa eine Viertelstunde lang mit dem designierten US-Präsidenten und gratulierte ihm zu seiner Wahl, die von „historischer Dimension“ sei, wie Regierungssprecher berichteten. Obama habe sich für die Glückwünsche und auch für die große Gastfreundschaft bedankt, auf die er bei seinem Besuch in Berlin im Juli getroffen sei.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm hob außerdem hervor, dass Merkel und Obama anknüpfend an ihr Gespräch im Sommer „eine enge Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Bewältigung der zahlreichen Herausforderungen“ vereinbart hätten, mit denen sich die Staatengemeinschaft konfrontiert sieht. Dazu gehörten das iranische Nuklearprogramm, die Stabilisierung Afghanistans, der Klimawandel und die Finanzmarktkrise.

Ein Thema in dem Telefonat zwischen Merkel und Obama sei auch der anstehende Washingtoner Gipfel gewesen. Dieser G-20-Gipfel am 15. November wird allerdings noch vom scheidenden Präsidenten George W. Bush geleitet. Obama plant nach Informationen aus Chicago bislang nicht, an der Konferenz teilzunehmen.

Die Kanzlerin ist nicht die Einzige in Deutschland, die sich über Obamas Wahl freut. Eine große Mehrheit der Bundesbürger rechnet nach dem Sieg der Demokraten mit besseren deutsch-amerikanischen Beziehungen. Beim am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer gaben 69 Prozent der Befragten an, dass sie eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern unter dem neuen Präsidenten erwarten. 21 Prozent gehen davon aus, dass sich nicht viel ändern wird und ein Prozent erwartet eine Verschlechterung.

Der Wahlsieg Obamas stößt in Deutschland auf riesige Zustimmung: 89 Prozent der Befragten finden es gut, dass er zum neuen Präsidenten gewählt wurde, nur ein Prozent findet es schlecht. Dass Obama die Hoffnungen und Erwartungen, die in den USA und in vielen anderen Ländern in ihn gesetzt werden, eher erfüllen kann, glauben knapp zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent), 24 Prozent erwarten, dass er sie eher nicht erfüllen kann. Die Forschungsgruppe Wahlen befragte dazu am 5. und 6. November 1.002 wahlberechtigte Deutsche.

( AP/AFP/ks )