Nach einem Besuch in Berlin hat Seif al-Islam al- Gaddafi, Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi, Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geübt. In einem offenen Brief an Merkel, der von seiner Internationalen Gaddafi-Stiftung für Wohltätigkeit und Entwicklung veröffentlicht wurde, erklärte er, es sei falsch, dass die Bundesrepublik zwei hochmoderne U-Boote an das israelische Militär liefere.


Gaddafi, der am 11. Februar an der Benefizgala „Cinema for Peace“ in Berlin teilgenommen hatte, schrieb, während seines Aufenthalts in Deutschland habe Merkel den israelischen Regierungschef Ehud Olmert empfangen und ihm die Lieferung der beiden U-Boote der „Dolphin“- Klasse zugesichert, die mit Atomraketen bestückt werden könnten. Dies sei nicht akzeptabel, auch weil Deutschland gleichzeitig nicht bereit sei, Lizenzen für den Export simpelster Rüstungsgüter an arabische Staaten wie Libyen zu erteilen.


„Olmert ist derjenige, der für den Bau des Trennungswalls verantwortlich ist, der eine Kopie der scheußlichen Berliner Mauer ist“, erklärte der Gaddafi-Sohn, der in dem nordafrikanischen Land als möglicher Nachfolger seines Vaters gehandelt wird.

Außerdem sei Olmert verantwortlich für den Tod libanesischer Zivilisten während des Krieges im Sommer 2006 und für das Fortdauern der Besatzung in den Palästinensergebieten. Als jemand der in der DDR selbst unter Mauern und Unterdrückung gelitten habe, sollte Merkel ihre Haltung noch einmal überdenken, schrieb der Sohn des Revolutionsführers.

dpa/sa