Die Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain haben für das milliardenschwere Hilfspaket für die Finanzbranche geworben und das Parlament zu einer schnellen Zustimmung aufgerufen. „Nichts zu tun ist keine Alternative“, mahnte der Republikaner McCain, aus dessen Partei am Vortag bei der überraschenden Ablehnung im Repräsentantenhaus die meisten Gegenstimmen gekommen waren.
„Das ist nicht die Zeit, sich als Politiker Sorgen um die nächste Wahl zu machen“, erklärte auch der Demokrat Obama vor tausenden Anhängern in Reno. „Es ist für uns alle Zeit, uns Sorgen um die Zukunft des Landes zu machen, das wir lieben. Es ist Zeit zu handeln.“
Der US-Senat wollte bereits am Mittwoch über das Rettungspaket abstimmen. Ein klares Ja dürfte den Druck auf das Repräsentantenhaus erhöhen, das am Donnerstag wieder zusammentritt. Obama und McCain kündigten an, an der Abstimmung im Senat teilzunehmen. Obama vertritt in dem Oberhaus den Bundesstaat Illinois, McCain Arizona.
McCain nannte als Grund für das Nein des Repräsentantenhauses ein grundlegendes Missverständnis: „Es ist noch nicht richtig verstanden worden, dass die Krise die große Masse der Menschen trifft, die kleinen Unternehmen, die Leute, die der Motor unserer Wirtschaft sind.“ Vielen Abgeordneten schlägt in ihren Wahlkreisen scharfe Kritik an den geplanten Hilfen im Umfang von 700 Milliarden Dollar für die Banken entgegen, während sich viele Hausbesitzer mit ihren Schulden alleingelassen fühlen.
Jüngsten Umfragen zufolge unterstützen nur 45 Prozent der Amerikaner den Plan, 38 Prozent sind dagegen. Angesichts der weit verbreiteten Enttäuschung über die Politik von US-Präsident George W. Bush fürchten viele Republikaner bei den Wahlen im November ohnehin um ihren Parlamentssitz.
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Reuters/ab





