Der Beitrag für die gesetzlichen Krankenkassen steigt im kommenden Jahr auf 15,5 Prozent. Das kündigten die Fraktionsvorsitzenden der Koalitionsparteien von Union und SPD am Sonntag nach ihrer Spitzenrunde im Kanzleramt an. Ferner gibt es 2009 mehr Kindergeld.

Wie Unionsfraktionschef Volker Kauder im Abschluss an die Koalitionsrunde sagte, wird der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von derzeit 3,3 Prozent auf dann 2,8 Prozent sinken. Damit sei ein Ausgleich bei den Lohnzusatzkosten hergestellt, sagte er.

Er kündigte an, dass vom kommenden Jahr an auch das Kindergeld erhöht wird. Für die ersten beiden Kinder soll es dann zehn Euro mehr geben. Für das dritte Kind und jedes weitere Kind soll die Erhöhung 16 Euro betragen, sagte Kauder.

Der amtierende CSU-Vorsitzende Erwin Huber sagte, die Entlastungen betrügen bis 2010 rund zwölf Milliarden Euro. Allein beim Kindergeld seien es rund zwei Milliarden Euro mehr. Der Kinderfreibetrag soll von jetzt jährlich 5800 Euro auf 6000 Euro erhöht werden. SPD- Fraktionschef Peter Struck begrüßte die beschlossenen Maßnahmen. Das Klima in der Koalitionsrunde bezeichnete er als „ausgesprochen konstruktiv“.

Wer mehr an seine Krankenkasse zahlt

Rund neun von zehn Kassenmitglieder zahlen ab Januar 2009 nach Angaben des Kassen-Spitzenverbands mehr als bisher. Die 51 Millionen Mitglieder bei den gesetzlichen Kassen sind unterschiedlich betroffen:

Bei der noch größten Kasse, der Barmer mit mehr als 5 Millionen Mitgliedern, fallen für Beschäftigte mit Einkommen von 3000 Euro rund 3 Euro im Monat mehr an – 36 Euro im Jahr. Bei einem DAK-Mitglied - mehr als 4,5 Millionen Mitglieder – werden bei 3600 Euro im Monat 1,80 Euro mehr fällig. Das gleiche gilt für die mehr als 3 Millionen Mitglieder der AOK-Bayern. Bei der Techniker Kasse mit 4,3 Millionen Mitgliedern fallen 10 Euro mehr im Monat an, wenn man 2500 Euro verdient.

Verlierer sind die Mitglieder günstiger Kassen. So müssen Gutverdiener mit 3600 Brutto, die bei der IKK Sachsen Mitglied sind, 50,40 Euro mehr im Monat zahlen – mehr als 600 Euro im Jahr. Bei der Big Direktkrankenkasse zahlen solche Gutverdiener künftig fast 38 Euro im Monat mehr.

Kaum ein Zehntel der Beitragszahler – die Mitglieder teurer Kassen – werden entlastet. Ist man bei der AOK Berlin, Saarland oder Mecklenburg-Vorpommern versichert und hat ein Monatsbrutto von 2300 Euro, muss man als Beschäftigter 13,80 Euro weniger zahlen, rund 165 Euro im Jahr.

Auf die Arbeitgeber kommen noch einmal Zu- und Abschläge in ähnlicher Größenordnung zu, allerdings zahlen sie 0,9 Prozentpunkte weniger als die Arbeitnehmer. Wegen der erwarteten Anhebung der Bemessungsgrenze müssen Gutverdiener 2009 mit im Verhältnis noch leicht höheren Steigerungen rechnen.

Die 15,5-er Marke setzt sich zusammen aus halb vom Arbeitgeber, halb vom Arbeitnehmer zu zahlenden Satz von 14,6 Prozent plus 0,9 allein vom Beschäftigten – 0,58 Punkte mehr als der Durchschnitt von 14,92 Prozent aller Kassen 2008. Das bringt rund 5,8 Milliarden Euro.

dpa/sei