Sudan

Entführer von sudanesischer Maschine geben auf

Zwei Entführer des nach Libyen entführten sudanesischen Flugzeugs haben am Mittwoch aufgegeben, wie die Fluggesellschaft Sun Air mitteilte. Sie hatten zuvor nach libyschen Angaben alle Passagiere freigelassen, aber nicht die Besatzung. Insgesamt waren mehr als einhundert Menschen an Bord der Boeing 737.

Die Entführer der sudanesischen Maschine haben auf dem libyschen Flughafen Al-Kafra am Mittwoch nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Arabija alle Passagiere und später dann auch die Besatzung freigelassen und sich selbst ergeben. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Insgesamt sollten sich vor der Freilassung 87 Passagiere und acht Crewmitglieder an Bord befinden. Der Direktor des Flughafens Al-Kafra hatte zuvor berichtet, wegen der Hitze an Bord seien mehrere Passagiere ohnmächtig geworden.


Mehrere Sudanesen die angaben, sie gehörten einer Rebellenorganisation aus Darfur an, hatten die Boeing 737 der sudanesischen Fluggesellschaft Sun Air am Dienstag auf einem Flug von Nyala (Süd-Darfur) in die Hauptstadt Khartum in ihre Gewalt gebracht. Sie verlangten von dem Piloten, nach Paris zu fliegen, landeten dann jedoch am Abend in Al-Kafra, um die Maschine aufzutanken.


In Darfur kämpfen seit 2003 Rebellenorganisationen gegen arabische Milizen und sudanesische Regierungstruppen. Dem Konflikt sind bereits mehr als mehr als 200 000 Menschen zum Opfer gefallen. Hunderttausende wurden vertrieben und starben auf der Flucht.


Unter den Passagieren befanden sich auch ehemalige Rebellen, die jetzt der Übergangsregierung in Darfur angehören, wie ein Behördensprecher in Nyala mitteilte. Ein Sprecher der Rebellengruppe Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit warf der sudanesischen Regierung vor, für die Entführung verantwortlich zu sein. Sie wolle auf diese Weise die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit von dem Angriff der Streitkräfte auf das Flüchtlingslager Kalma ablenken. Bei der Militäraktion in dem in der Nähe von Nyala gelegenen Lager wurden am Montag mindestens 33 Menschen getötet.

( AFP/DPA/AP/FSL )

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