Neuer Tiefpunkt der SPD in der Wählergunst. In der am Mittwoch veröffentlichten wöchentlichen Forsa-Umfrage für das Magazin "stern“ und RTL sackte die Partei im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf 20 Prozent ab. Forsa-Chef Manfred Güllner begründete das erneute Absinken der SPD mit den Vorgängen in Hessen.
Die Bürger nähmen es der hessischen SPD-Vorsitzenden Andrea Ypsilanti übel, dass sie sich mit Hilfe der Linkspartei zur Ministerpräsidentin wählen lassen wolle. "Die Bürger gucken da fassungslos hin“, sagte Güllner. Auch CDU/CSU gaben leicht nach und mussten einen Rückgang um einen Prozentpunkt auf 37 Prozent hinnehmen.
FDP und Grüne profitieren von den Verlusten der beiden Volksparteien: Die Grünen kletterten um 1 Punkt auf 11 Prozent, die Liberalen um 1 Punkt auf 12 Prozent. Die Linke hält sich bei 14 Prozent und ist damit weiter drittstärkste Kraft in Deutschland. Für "sonstige Parteien“ würden 6 Prozent der Wähler stimmen, das ist ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche.
Union und FDP liegen mit gemeinsam 49 Prozent damit weiter 4 Punkte vor SPD, Grünen und Linkspartei, die zusammen 45 Prozent auf sich vereinigen können.
Gering ist auch das Vertrauen der Bürger in die Kompetenz der SPD. Gefragt, welche Partei am ehesten die Probleme in Deutschland lösen könne, nannten nur 8 Prozent die SPD. Für die Union entschieden sich 24 Prozent. 59 Prozent glauben, dass keine Partei dazu in der Lage sei.
Im direkten Vergleich führt Kanzlerin Angela Merkel weiter haushoch vor SPD-Chef Kurt Beck. Bei einer Direktwahl des Regierungschefs würden sich der Umfrage zufolge 59 Prozent der Bürger für die CDU-Vorsitzende entscheiden und lediglich elf Prozent für einen SPD-Kanzlerkandidaten Beck.
30 Prozent wollen keinen von beiden als Regierungschef sehen. Für die Umfrage befragte Forsa 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 4. bis 8. August.
DPA/AP/RTR/PIF


