Der Kreml-Kritiker Magomed Jewlojew aus der russischen Kaukasus-Republik Inguschetien ist durch einen Kopfschuss getötet worden - während er sich in einem Polizeiauto befand. Es habe einen „Zwischenfall“ gegeben, der mit einer Schusswunde im Kopf Jewlojews endete, teilte die russische Staatsanwaltschaft mit. Der Betreiber einer oppositionellen Internetseite sei später im Krankenhaus verstorben. Die von Jewlojew betriebene Internetseite www.ingushetiya.ru meldete hingegen, er sei ermordet worden.

Jewlojew war nach Informationen des Rundfunksender Moskauer Echo zusammen mit dem inguschetischen Präsidenten Murat Sjasikow am Flughafen von Nasran angekommen, als er festgenommen wurde. Nach Angaben aus inguschetischen Polizeikreisen wurde er im Rahmen von Kriminalermittlungen in Gewahrsam genommen. Auf dem Weg zur Polizeiwache wurde dann in dem Auto der tödliche Schuss abgefeuert. Wie die russische Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden Ermittlungen zu den Todesumständen eingeleitet.


Die von Jewlojew betriebene Internetseite zählt zu den meistbesuchtesten Websites mit Nachrichten aus Inguschetien und hatte offen den Kreml-treuen inguschetischen Präsidenten Murat Sjasikow kritisert. Ein russisches Gericht hatte im Juni angeordnet, die Internetseite zu schließen, da sie „extremistische“ Ansichten verbreite. Chefredakteurin Rosa Malsagowa kündigte Anfang August an, in Frankreich politisches Asyl zu beantragen.

Das mehrheitlich von Muslimen bewohnte Inguschetien grenzt an die abtrünnige Kaukasusrepublik Tschetschenien. Immer wieder kommt es in Inguschetien zu Schusswechseln zwischen russischen Sicherheitskräften und örtlichen Guerilla-Kämpfern.

AFP/lw