Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) warnt vor steigenden Lebensmittelpreisen in Deutschland. „Da der Nahrungsmittelbedarf auf der Welt exorbitant zunehmen wird, müssen wir aufpassen, dass wir nicht auch in Deutschland das Problem zu hoher Preise bekommen“, sagte Seehofer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Bei aller Bejahung des Welthandels müsse es darum gehen, Abhängigkeiten von der Nahrungsmittelversorgung aus dem Ausland zu vermeiden. „Wir erleben ja bei der Energieversorgung, dass man als Volkswirtschaft gut beraten ist, nicht in hohem Maß von Importen abhängig zu sein“, sagte der CSU-Politiker.


Seehofer verlangte eine weltweite Harmonisierung der Umweltstandards für die Landwirtschaft. Dieser Aspekt müsse in die Gespräche über die Liberalisierung des Welthandels eingeführt werden. „Wir müssen jetzt endlich darüber verhandeln – insbesondere mit den hochentwickelten Ländern, zum Beispiel den USA“, forderte er. Je stärker die Angleichung der Standards gelinge, „desto weniger brauchen wir die finanziellen Hilfen für die Bauern“, betonte er.

Seehofer sagte, er wolle sein Modell einer Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln mit farblicher Unterlegung als Vorbild für eine verbindliche EU-Regelung durchsetzen. Für die von ihm favorisierte Regelung gebe es eine breite Mehrheit in der deutschen Bevölkerung. „Die Verbraucherschutzministerkonferenz hat sie beschlossen, sämtliche Verbraucherverbände sind dafür und die unterschiedlichen Parteien auch“, sagte Seehofer.

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