Auf der letzten Station seiner Europa-Reise hat sich der demokratische US-Präsidentschaftsanwärter Barack Obama bei den Briten für ihre Unterstützung im Irak- und Afghanistan-Krieg bedankt. „Ich habe erneut unsere Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht für die zuverlässige Hilfe Großbritanniens in Fragen wie Afghanistan“, sagte Obama nach einem Treffen mit Premierminister Gordon Brown in London. Die britischen Soldaten hätten in den Kriegen im Irak und in Afghanistan einen „schweren Tribut“ gezahlt, die US-Bevölkerung sei ihnen dafür „dankbar“. Wie zuvor schon in seiner Rede in Berlin verwies Obama auf die engen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

„Wir sind zusammen durch zwei Weltkriege gegangen, wir sprechen die gleiche Sprache, wir glauben beide an den Rechtsstaat und an die Ehrfurcht vor dem Gesetz“, sagte der Senator aus Illinois nach der Unterredung mit Brown, bei der es vor allem um die Lage im Irak und in Afghanistan ging. „Ich bin überzeugt, dass viele der Probleme, vor denen wir zu Hause stehen, nur mit starken Partnern im Ausland effektiv gelöst werden können“, so Obama weiter. Daher sei seine Europa-Reise wichtig, auch wenn sie ihm bei den US-Wählern vermutlich keinen unmittelbaren Vorteil bringe. „Die Menschen sorgen sich um die Benzinpreise und um die Immobilienkrise“, erklärte er.

Entsprechende Vorwürfe, er habe seine Reise nach Berlin, Paris und London zu stark für seinen Wahlkampf instrumentalisiert, hat er zurückgewiesen. Es sei Teil des von ihm angestrebten Jobs eines US-Präsidenten, „effektive Beziehungen mit unseren Verbündeten zu schaffen“, sagte er.

Im übrigen habe ihm John McCain, der Kandidat der Republikaner, selbst empfohlen, sich im Ausland umzuschauen. „Ich erachte diese Reise für wichtig, weil ich überzeugt bin, dass wir zu Hause mit Problemen konfrontiert sind, die wir ohne starke Partner im Ausland nicht effektiv genug lösen können“, sagte Obama.


Bei der letzten Etappe seiner Auslandsreise, die ihn auch in den Irak, nach Afghanistan und nach Israel geführt hatte, bezeichnete Obama seine zweistündige Unterredung mit Brown in der Downing Street als „hervorragend“. Erneut sprach er sich für die Verstärkung der US- Truppen in Afghanistan sowie für gleichzeitige stärkere Beiträge der europäischen Verbündeten für die Überwindung des dortigen Konfliktes und den Aufbau des Landes aus.


Der Senator aus Illinois betonte die traditionell besonders engen Beziehungen zwischen Großbritannien und den USA. Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern, sagte er nach einer Frage unter Anspielung auf seine im Vergleich zu London publikumswirksameren Auftritte in Berlin und Paris.


Anders als dort stellte sich Obama in London allein den Fragen der Presse. In Regierungskreisen wurde dies damit begründet, dass es keine Bevorzugung des Kandidaten der Demokratischen Partei gegenüber McCain geben sollte. Dieser hatte Brown im März besucht und war danach ebenfalls allein vor die Presse gegangen.


Abweichend vom Protokoll unternahmen Brown und Obama zur Überraschung vieler Touristen und Londoner Bürger einen Spaziergang außerhalb der abgesperrten Downing Street. Schaulustige, die allerdings von Sicherheitskräften auf Abstand gehalten wurden, konnten die beiden Politiker auf dem Paradeplatz der Königlichen Garde-Kavallerie fotografieren.


Vor der Begegnung in der Downing Street traf sich der Senator in seinem Londoner Hotel mit dem Sonderbeauftragten des Nahost- Quartetts, Browns Vorgänger Tony Blair. Dabei sei es auch um Blairs Einsatz für den Klimaschutz gegangen, teilte dessen Sprecher mit. Vor Obamas Heimreise in die USA stand auf seinem Programm in der britischen Hauptstadt noch ein Gespräch mit Oppositionsführer David Cameron, dem Vorsitzenden der Konservativen Partei.

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dpa/ap/afp/lk