Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber möchte die Laufzeiten der Atomkraftwerke um Jahrzehnte verlängern. „International sind heute Laufzeiten bis zu 60 Jahren technisch machbar“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Dies würde bedeuten, dass das jüngste deutsche Kernkraftwerk, Neckarwestheim II in Baden- Württemberg, statt 2021 – wie nach dem Atomausstieg vorgesehen – erst 2049 abgeschaltet würde.


Die Union versucht seit langem, die SPD zu einer Aufweichung oder Abschaffung des unter Rot-Grün beschlossenen Atomausstiegs zu bewegen. Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD allerdings vereinbart, nicht daran zu rütteln. Der Anstieg der Energiepreise hat der Unionsforderung aber neuen Aufwind gegeben.


Huber bekräftigte, dass die Energiewirtschaft sich verpflichten solle, die Gewinne aus einer Laufzeitverlängerung „im Wesentlichen zur Dämpfung der Strompreis-Explosion einzusetzen... Ich glaube, dass die Energiewirtschaft dazu bereit ist. Voraussetzung aber ist die Bereitschaft der Politik, die Laufzeiten real zu verlängern.“ Er fügte hinzu: „Die Risiken der Kernkraft sind beherrschbar, der Treibhauseffekt, der das Weltklima bedroht, ist es nicht.“

dpa/lk