Die Linkspartei will nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung“ eine eigene Kandidatin für die Wahl des Bundespräsidenten am 23. Mai 2009 aufstellen. Die Zeitung berichtete, dies habe sie am Rande einer Konferenz der Fraktionsvorsitzenden in Dresden erfahren. Nähere Angaben machte sie dazu nicht.

Eine Unterstützung der SPD-Kandidatin Gesine Schwan durch die Linke sei damit ausgeschlossen. Das Gremium habe eine entsprechende "Grundvereinbarung“ getroffen, die Entscheidung gehe auf den Wunsch des Linke-Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi zurück.

In den kommenden Wochen werde die Partei "nach einem geeigneten Kandidaten suchen, möglichst eine Frau“, hieß es laut "Leipziger Volkszeitung“ aus Teilnehmerkreisen. Grund sei die "Ausgrenzungspolitik der SPD“ gegenüber der Linken. Das Votum der Fraktionsvorsitzenden, über das Stillschweigen vereinbart worden sei, richte sich gleichermaßen gegen Schwan wie Bundespräsident Horst Köhler.

Bisher hatte die Linke ihre Haltung offen gelassen. Parteivize Katja Kipping hatte zwar gesagt, sie könne sich eine eigene Kandidatin vorstellen, die nicht Linke-Mitglied sein müsse. Ihre Partei werde sich aber erst nach der bayerischen Landtagswahl am 28. September entscheiden.

AP/heg