Künftige russische Raketenabwehrsysteme werden in der Lage sein, alle aus der Luft oder aus dem Weltraum angreifenden Waffen zu vernichten. Das erklärte der Oberkommandierende der russischen Luftstreitkräfte, Generaloberst Alexander Selin, in Moskau. Er kündigte damit praktisch die Schaffung eines eigenen Raketenschildes an, indem er darauf verwies, dass die neue Generation von Abwehrsystemen auch „Schläge aus dem Weltraum abwehren“ könne.

Bei der Entwicklung der S-400-Raketenabwehrsysteme habe man Vorstellungen über die künftigen Systeme der fünften Generation gewonnen, sagte der General. Sie würden weiter und höher sehen, schneller reagieren und ein bedeutend größeres Aufgabenspektrum bewältigen können.


Tags zuvor hatte Generalstabschef Juri Balujewski Präsident Wlaidimir Putin berichtet, dass die am 5. August in Dienst gestellten S-400-Raketensysteme auch strategische Raketen abfangen können. Sie sind Balujewski zufolge einmalig in der Welt und könnten strategische Raketen, Flugzeuge aller Klassen, AWACS-Maschinen sowie ballistische Raketen taktischer und operativer Bestimmung zerstören.


Bis 2015 würden über zwanzig S-400-Divisionen in ganz Russland zum Einsatz kommen. Die S-400 stammen aus dem Rüstungskonzern „Almas-Antäus“, der auch das Vorgängermodell S-300 produziert. Schon das S-300-System soll nach russischen Angaben dem vergleichbaren amerikanischen „Patriot“-System überlegen gewesen sein.