CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer hat das Umdenken erster SPD-Politiker in der Debatte über den Ausstieg aus der Atomkraft begrüßt. „Dass Energie versorgungssicher bezahlbar bleibt, ist wichtig für den sozialen Frieden in unserem Land. Wenn wir gleichzeitig unsere Klimaziele erreichen wollen, kann es keine andere Entscheidung geben, als den Ausstieg aus der Atomenergie rückgängig zu machen“, sagte Haderthauer Morgenpost Online. „Ich freue mich, dass es nun erste SPD-Politiker gibt, die längere Laufzeiten für Atomkraftwerke unterstützen.“

Nicht nur in der SPD, auch bei den Grünen gebe es in der Frage über längere Laufzeiten ein Umdenken, sagte Haderthauer weiter. „Es ist gut, wenn Politiker angesichts neuer Tatsachen wie der steigenden Energiepreise nicht an alten Überzeugungen festhalten.“ Zuvor hatte der SPD-Vordenker und frühere Forschungsminister Erhard Eppler einen neuen Energiekonsens vorgeschlagen. Eppler spricht sich dabei für längere Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke aus.


Eppler schlug laut dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vor, die SPD solle eine längere Laufzeit zugestehen, wenn sie im Gegenzug gemeinsam mit der Union den Verzicht auf den Bau neuer Atommeiler ins Grundgesetz schreibe. „Wenn es der Union nur darum geht, den Übergang zu erneuerbaren Energien abzusichern, dann könnte sie der SPD ja ein Angebot machen“, sagte Eppler dem Magazin.

Wenn die SPD bereit sei, einige Meiler länger laufen zu lassen, „dann schreiben wir gemeinsam in die Verfassung, Atomkraftwerke werden nicht mehr gebaut“. Eppler kommt es nach eigenen Angaben dennoch darauf an, „weltweit“ aus der Atomenergie auszusteigen.


Dagegen hat SPD-Generalsekretär Hubertus Heil die CDU als Atomsekte angegriffen. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Heil, was in Deutschland am dringendsten gebraucht werde, seinen Investitionen in „moderne Kraftwerkstechnik, erneuerbare Energien und Effizienz“.

Ließe man die alten, steuerlich abgeschriebenen Meiler länger am Netz, „würde genau das nicht stattfinden“. Die Union hatte sich aus Gründen des Klimaschutzes zuvor dafür ausgesprochen, den Atomausstieg rückgängig zu machen.

pm/oht/dpa