Eine Frau zieht ihrem Hund Strümpfe an, damit er sich nicht an den Glassplittern verletzt. In Paris sind Geschäfte geplündert und Schaufenster eingeschlagen worden. Doch während einige Viertel schwer von den Ausschreitungen getroffen sind, geht andernorts das Leben weiter. Stefan Brändle, Frankreich-Korrespondent der FUNKE Mediengruppe, schildert, was er auf den Straßen der Hauptstadt erlebt hat.
Begonnen haben die Proteste mit Schülerinnen und Schülern, die bessere Lernbedingungen fordern. Doch schnell schließen sich weitere Gruppen an. Hunderttausende Menschen demonstrieren gegen hohe Lebenshaltungskosten, soziale Ungerechtigkeit und die Politik der französischen Regierung. Gleichzeitig kommt es zu schweren Krawallen. Wer steckt hinter der Gewalt? Welche Rolle spielen linksradikale Gruppen, die französischen Vorstädte und die Debatte über Migration? Und welche politischen Folgen könnten die Ausschreitungen für Emmanuel Macron, Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon haben?
Der Protestforscher Simon Teune erklärt im Gespräch mit Jan Jessen, wie Gewalt bei Demonstrationen eskalieren kann und warum soziale Medien die Aufmerksamkeit auf brennende Autos und Straßenschlachten lenken. Er zeigt außerdem, warum Proteste in Frankreich anders funktionieren als in Deutschland.
Könnten solche Ausschreitungen auch in Deutschland passieren? Die Folge von „Im Krisenmodus“ untersucht, wie groß das Protestpotenzial hierzulande ist, warum politische Unzufriedenheit nicht automatisch zu Gewalt führt und welche Rolle Protestbewegungen selbst bei der Deeskalation spielen. Jan Jessen spricht außerdem über die Gefahr, dass ausländische Akteure gesellschaftliche Konflikte durch gezielte Desinformation anheizen könnten.
In dieser Folge zu hören
Jan Jessen – Politikchef der NRZ und Kriegs- und Krisenreporter der FUNKE Mediengruppe
Stefan Brändle – Frankreich-Korrespondent der FUNKE Zentralredaktion in Paris
Dr. Simon Teune – Politischer Soziologe und Protestforscher aus Berlin
Kapitel
01 | Paris nach den Krawallen – Stefan Brändle berichtet von den Verwüstungen auf den Straßen der Hauptstadt.
02 | Wie aus Schülerprotesten eine Massenbewegung wird – Die Ursachen der Proteste und die unterschiedlichen Gruppen auf der Straße.
03 | Wer steckt hinter den Ausschreitungen? – Linksradikale Gruppen, Plünderungen und die Debatte über Migration.
04 | Warum Gewalt eskaliert – Simon Teune über Polizeikonfrontationen, das politische System Frankreichs und die Rolle sozialer Medien.
05 | Macron, Le Pen und Mélenchon – Die möglichen politischen Folgen der Krawalle und der Vergleich mit Deutschland.
06 | Könnte das auch in Deutschland passieren? – Was die Protestkulturen unterscheidet und warum Unzufriedenheit nicht automatisch zu Gewalt führt.
07 | Wie sich Gewalt begrenzen lässt – Welche Rolle Protestbewegungen selbst bei der Deeskalation spielen.
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Titelbild
Ein Demonstrant mit französischer Nationalflagge vor einem Feuer während der Ausschreitungen in Marseille am 17. Oktober 2026. Die Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten bringen landesweit unterschiedliche Gruppen auf die Straße.
Foto: Thibaud Moritz / AFP
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